Workout unter Baumkronen

Lieber Bäume vorbeiziehen lassen, als monoton auf dem Laufband Kilometer abzuspulen. Lieber ein paar einfache kräftigende Übungen unter freiem Himmel als tristes Geräte-Training bei künstlichem Licht. Unsere Wälder sind Fitness-Center de luxe: ohne Mitgliedsbeiträge, durchgehend geöffnet und auch für Einsteiger oder Fitnessstudio-Muffel bestens geeignet.

Das Bild von Joggern, Wanderern oder Nordic Walkern im Wald ist gewohnt. Jeder weiß, wie gesund es ist, sich an der frischen Luft zu bewegen. Ungewöhnlich erscheinen hingegen Sportler, die Baumstämme hochheben oder an Ästen hängen. Dabei ist Training im Wald viel natürlicher, weil urmenschliche Bewegungen wieder aktiviert werden. Und es ist kreativer, weil man Ausschau nach geeigneten Plätzen und „Geräten“ halten muss. Ein kurzer, liegender Baumstamm ist ideal für Ausfallschritt mit Zusatzgewicht. Hier einige weitere Übungen, die sich auch für Einsteiger eignen.

Auszeit mit Mehrwert

Wer in den Wald geht, taucht in seine heilsame Atmosphäre ein: der würzige Geruch, das milde Licht, die klare Luft. Gehen wir nur 100 Meter in ihn hinein, ist der Lärm von Stadt und Straßen nur noch halb so stark.

Beschwerden, die durch Reizüberflutung entstehen, wie Konzentrationsmangel, Kopfschmerzen, Augenprobleme, nehmen ab. Darüber hinaus bewirken Baumkronen durch ihr Blätterdach und durch Verdunstung eine angenehme Kühle, höhere Luftfeuchtigkeit und geringere Lichtintensität, was sich positiv bei Beschwerden der Atemwege und bei Kopfschmerzen äußert.

Lichte Baumbestände können den Parasympathikus stark aktivieren: die Stresshormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin gehen stark zurück, was insbesondere Menschen mit Burnout, Depressionen, bei ADHS und bei Panik und Angststörungen helfen kann.

Besonders wertvoll ist der Aufenthalt in Nadelwäldern, denn die ätherischen Öle und Terpene von Nadelbäumen haben eine erfrischende, desinfizierende und für die Bronchien heilsame Wirkung. Zudem wirken die Nadeln auch im Winter wie ein Sieb, in dem Staub hängen bleibt: die Luft ist im Vergleich zur Stadt zu 90 bis 99 % staubärmer. Gehen wir im Wald spazieren, schüttet unser Körper vermehrt das Hormon DHEA aus, das unser Herz und unsere Gefäße stärkt. Bei Stress und mit zunehmendem Alter lässt die DHEA-Produktion im Körper nach, deshalb ist der Wald in gewisser Weise auch ein Jungbrunnen. Also nichts wie raus – und rein in den Wald!