Pflanzliche Hilfe bei Menstruationsbeschwerden

Ob Bauchkrämpfe, Kopfschmerzen und Brustspannen, Depression oder Gereiztheit: Etwa jede dritte Frau leidet unter Beschwerden kurz vor oder während der Regel. Heilpflanzen, angewendet als Teezubereitung oder als Inhaltsstoffe in Präparaten aus der Apotheke, können schmerzstillend und stimmungsaufhellend wirken.

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Das prämenstruelle Syndrom (PMS)

An den Tagen vor den Tagen fühlen sich viele Frauen körperlich und emotional außer Kontrolle. Sie werden nervös, weinerlich oder reizbar, die Brüste spannen und nehmen an Umfang zu, der Unterbauch ist gebläht. Hinzu kommen geschwollene Beine, Heißhunger, Kopfschmerzen und Gewichtszunahme.

Stärke und Art der Beschwerden sind individuell verschieden. Doch sie treten meist vor der Regel auf, weswegen auch vom prämenstruellen Syndrom (PMS) gesprochen wird. Auslöser ist vermutlich ein Mangel an Progesteron und Östrogen zum Zyklusende.

Viele Frauen wollen keine chemischen Arzneimittel oder Hormone einnehmen und vertrauen auf natürliche Präparate oder Teemischungen aus der Apotheke. Hier wird bei PMS häufig Mönchspfeffer oder Frauenmantel empfohlen.

Der zyklusregulierende Frauenmantel bringt das hormonelle Gleichgewicht ins Lot und lindert den Schmerz. Insbesondere prämenstruell bedingte Stimmungsschwankungen und Unterleibsschmerzen lassen nach. Die adstringierende Wirkung der Heilpflanze kann starke Blutungen mindern.

Der seit der Antike bekannte Mönchspfeffer enthält ein ätherisches Öl, das u.a. die Bildung des Hormons Prolaktin unterdrückt. So werden Bauchkrämpfe und spannende Brüste gelindert. Als fertiges Arzneimittel ist Mönchspfeffer-Trockenextrakt rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Bei Schmerzen und Krämpfen

Bei Unterleibskrämpfen kann Schafgarbe hilfreich sein. Das Kraut hemmt die Hormonbildung und lindert mit seiner entzündungshemmenden Wirkung die Regelschmerzen.

Zwei Teelöffel einer Mischung aus 50 g Schafgarben- und 50 g Johanniskraut mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, nach zehn Minuten abseihen und hiervon täglich zwei Tassen trinken. Als Zusatz für Voll- und Sitzbäder eignet sich Schafgarbe ebenso.

Auch Extrakte aus der Traubensilberkerze sollen die Schmerzen lindern, da sie zur hormonellen Beruhigung beitragen. Kamille wirkt muskelentspannend, Gänsefingerkraut lindert wegen seines hohen Gerbstoffgehaltes krampfartige Beschwerden der Gebärmutter und des Darms.

Für einen "Menstruations-Tee" lässt man sich in der Apotheke 20 g Frauenmantelkraut, 20 g Johanniskraut, 25 g Kamillenblüten, 15 Gramm Schafgarbenkraut und 20 g Melissenblätter mischen. Einen Teelöffel hiervon pro Tasse mit kochendem Wasser aufgießen, zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen und schluckweise trinken.

Die Rinde des aus Nordamerika stammenden Schneeballbaums enthält ebenfalls krampflösende Substanzen, die in homöopathischen Arzneimitteln verarbeitet werden. Für einen Tee einen Teelöffel Kraut mit einer Tasse Wasser aufkochen und nach zehn Minuten abseihen. Während der Regelblutung kann man pro Tag etwa zwei bis drei Tassen davon trinken.

Die Zufuhr von Magnesium, sei es über die Ernährung oder in Form von Präparaten, hilft ebenfalls vielen Frauen gegen die oft wehenartigen Gebärmutterkrämpfe während der Periode. Der Mineralstoff sorgt dafür, dass sich die Muskulatur ordnungsgemäß zusammenziehen und schließlich erschlaffen kann.

Bei Kopfschmerzen hilft oft Pfefferminzöl, das auf Stirn und Schläfen verrieben wird. Auch Pestwurz kann die Attacken mildern. Bewährt haben sich außerdem Aromaöle aus Bergamotte, Muskatellersalbei, Kamille, Schafgarbe, Fenchel, Zypresse, Koriander und Immortelle. Sie werden einzeln oder in Kombination von zwei bis drei Ölen angewandt und in eine Duftlampe gegeben.

Hilfe für die Psyche

Für die Stimmungsschwankungen vor der Menstruation ist das Progesteron, das Gelbkörperhormon, verantwortlich. Bei zyklusbedingten Missstimmungen haben sich neben dem Einsatz von Mönchspfeffer Anwendungen mit Johanniskraut bewährt.

Für einen Tee werden drei Teelöffel des getrockneten Krauts mit kochendem Wasser übergossen und für 8 Minuten ziehen gelassen. Sind die Beschwerden stärker, können täglich bis zu 1.000 mg Extrakt in Form von Tabletten eingenommen werden.

Zur Entspannung und Beruhigung eignen sich außerdem Baldrian, Hopfen, Melisse und Passionsblume. Auch hier gibt es neben Teezubereitungen Tabletten oder Tropfen.

Der im Hopfen enthaltene Stoff Lupulin ist eine östrogenähnliche Substanz. Das Kraut hat eine beruhigende Wirkung auf den Organismus, beseitigt Konzentrationsprobleme und depressive Verstimmungen während der Tage.

Bewährt hat es sich, menstruationsbegleitend täglich vorbeugend zwei Tassen Hopfentee zu trinken. Einen gehäuften Teelöffel des Krauts mit einer Tasse heißem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen und abseihen.

Entspannend für Körper und Seele sind neben Teezubereitungen auch Massagen des Unterleibs und der Beckengegend, beispielsweise mit den ätherischen Ölen von Kamillenblüten, Kümmelfrüchten und Melissenblättern. Sie werden mit Jojobaöl im Verhältnis 1:1 vermengt.

Leichter Sport ist bei Verstimmungen immer hilfreich, nicht zuletzt, weil durch die Bewegung der Testosteronspiegel angehoben wird. Der weibliche Körper kann aus dem männlichen Sexualhormon Östrogen herstellen, was die Stimmung wiederum hebt.

Feuchte Wärme und Entspannung

Wärme gilt bei Menstruationsschmerzen als hilfreich. Also eine Wärmflasche oder Wärmekompresse aus der Apotheke in ein feuchtes Tuch wickeln und eine halbe Stunde auf den Bauch legen. Auch eine warme Heublumen- oder Kamillenkompresse kann verkrampfte Bauchmuskeln lockern.

Ein Vollbad während der Regel fördert die Durchblutung und kann Bauchkrämpfe lösen. Viele Frauen befürchten unbegründeter Weise Infektionen oder empfinden Vollbäder als unangenehm während der Blutung. Alternativ können sie ein Fußbad mit den entspannenden ätherischen Ölen machen.

Nicht wenige Frauen fühlen sich an den Tagen vor den Tagen aufgequollen. Hier können Birken- und Brennnesselblätter helfen, da sie den Körper entwässern.

Bei übermäßig starken, lang anhaltenden Regelblutungen hilft das blutstillende Hirtentäschelkraut: Zwei TL mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, nach 15 Minuten abseihen. Zwei bis vier Mal täglich eine Tasse davon trinken.

Auch Entspannungstechniken wie Yoga und autogenes Training, Meditation oder Gymnastik sollen Menstruationsbeschwerden lindern. Ein leichtes Sportprogramm mit speziellen Übungen kann neben der positiven Wirkung auf die Stimmung auch Schmerzen im Rücken und Unterbauch lindern.

Grundsätzlich ist auf ausreichend Schlaf zu achten. Auf zu viel Kaffee, Alkohol, das Rauchen und zuckerhaltige Lebensmittel sollte an den Tagen vor den Tagen weitestgehend verzichtet werden.