Wenn es an der Lippe zu kribbeln beginnt...

Erst kribbelt es an der Lippe, dann spannt es und schließlich sind juckende, nässende und schmerzhafte Bläschen zu sehen. Lippenherpes wird durch das Herpes Simplex-Virus verursacht – neun von zehn Menschen tragen die Krankheitserreger in sich, aber nur bei jedem Dritten bricht Herpes aus.

Nach der ersten Ansteckung mit dem Virus, die oft unbemerkt verläuft, bleibt der Krankheitserreger im Körper. Die erste Ansteckung erfolgt bereits häufig im Säuglingsalter durch Haut- oder Speichelkontakt im familiären Umfeld. Da sie schon durch einmaligen Kontakt mit einer erkrankten Person stattfinden kann, tragen fast alle Menschen das Virus in sich. Normalerweise hält das Immunsystem die schlummernden Viren unter Kontrolle. Stress, Krankheit, Medikamente oder Operationen können es jedoch schwächen und die Viren werden aktiv.

Bei den ersten Anzeichen wie Kribbeln und Jucken sollte sofort eine virushemmende Creme aufgetragen werden, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Diese gibt es auch als getönte Creme, die die Bläschen kaschiert. Herpes-Pflaster decken offene Stellen ab und lassen Krusten schneller abheilen, diese können auch überschminkt werden. Wer sehr intensive Ausbrüche hat, sollte zudem mit dem Arzt besprechen, ob die Einnahme eines virushemmenden Medikaments infrage kommt.

Wer zu Herpes-Ausbrüchen neigt, sollte vor allem Stress vermeiden und sich mit Sonnencreme vor UV-Strahlen schützen. Mit der Aminosäure Lysin kann sich möglicherweise die Reaktivierung von Herpes-Viren und deren Ausbreitung in einigen Fällen verhindern lassen. Reich an Lysin sind beispielweise Hülsenfrüchte, Hähnchenbrust und Eier. Lysin gibt es aber auch hochkonzentriert in Kautabletten und Trinkampullen.

So schützen Sie andere vor einer Ansteckung

  • Nicht an den Bläschen kratzen
  • Nicht küssen
  • Nur aus dem eigenen Glas trinken
  • Handtücher, Gläser, Geschirr und Besteck bei mindestens 60 Grad waschen bzw. spülen, um die Viren abzutöten