Warum kann ich mir das einfach nicht merken? - Der lange Weg ins Langzeitgedächtnis.

Warum haben spannende Neuigkeiten bessere Chancen im Langzeitgedächtnis zu landen als langweilige? Im zweiten Teil unserer Serie nehmen wir das limbische System unter die Lupe.

Unser Gehirn als Filter

Täglich strömen so viele Informationen auf uns ein, dass nur ein Bruchteil im Gedächtnis haften bleiben kann. Das Gehirn filtert aus den vielen Eindrücken die spannendsten heraus und bildet daraus Erinnerungen, um sich in Zukunft erfolgreich verhalten zu können. Für die Filterfunktionsind der entorhinale Cortex, der Hippocampus und die Amygdala im limbischen System verantwortlich. Die Amygdala liegt wie der entorhinale Cortex am mittleren Rand des Schläfenlappens. Die engsten Beziehungen bestehen zum Hippocampus, eine zentrale Schaltstation des limbischen Systems, der sich am inneren Rand des Schläfenlappens befindet.

Das Tor zum Gedächtnis

Ist die Neuigkeit wichtig? Gut oder schlecht? Oder zumindest überraschend? Hippocampus und entorhinaler Cortex entscheiden, ob man sich später erinnert oder nicht. Sie unterziehen die Information einer Bedeutungsanalyse und versuchen, Verknüpfungen mit schon gespeicherten Inhalten herzustellen. Erscheint die Information relevant, wird sie vom Hippocampus in das Langzeitgedächtnis abgespeichert.

Reine Gefühlssache

Experimente zeigen, dass Vorkenntnisse bei der Gedächtnisbildung eine wichtige Funktion haben. Je feiner das Netz von Informationen und Erlebnissen bereits geknüpft ist, desto leichter bleibt eine Neuigkeit in den Maschen hängen. Gefühle sind in diesem Prozess eminent wichtig, denn Erfahrungen mit emotionalem Gehalt bleiben besser im Gedächtnis haften als Dinge, zu denen man eine besondere Beziehung hat. Die Bewertung der Information auf ihren emotionalen Gehalt ist die Aufgabe der Amygdala. Sie verarbeitet die externen Impulse und leitet die Reaktionen im vegetativen Nervensystem ein. In diesem langen Weg durch das limbische System entscheidet es sich, ob eine Information ins Langzeitgedächtnis „durchgelassen“ wird. Tut sie dies nicht, bleibt sie im Kurzzeitgedächtnis. Das ist auch der Grund, warum wir uns manche Dinge einfach nicht merken können: Unser limbisches System fand sie schlichtweg zu langweilig.

gesund leben TIPP:
Was im Langzeitgedächtnis gespeichert wird und was nicht, kann durch Übung und Training durchaus beeinflusst werden. Je interessanter und wichtiger man Daten für das Gedächtnis macht, um so besser kann man sie sich merken. Assoziationsketten, Merksprüche und -bilder leisten dabei gute Dienste.