Vorsorgeuntersuchungen - Was zahlen die Krankenkassen?

Wenn es um ernsthafte Erkrankungen geht, gilt nach wie vor der Grundsatz: Je früher, desto besser. Vorsorgeuntersuchungen konzentrieren sich auf Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Tumore, die gut zu behandeln sind, wenn sie früh erkannt werden. Diese Leistungen werden von der gesetzlichen Krankenversicherung unterstützt und gezahlt.

Ab 20 Jahren für Frauen:

Einmal jährlich eine Genitaluntersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen.

Bis 25 Jahren für Frauen:

Jährlicher Test auf eine Infektion mit Chlamydien.

Ab 30 Jahren für Frauen:

Zur Krebsvorsorge kommt eine jährliche Brust- und Hautuntersuchung hinzu.

Ab 35 Jahren für Frauen und Männer:

Alle zwei Jahre allgemeiner Gesundheits-Check-up zur Früherkennung zum Beispiel von Nieren-, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes. Alle zwei Jahre Hautkrebs-Screening (Früherkennung). Dabei wird die Haut des gesamten Körpers in Augenschein genommen.

Ab 45 Jahren für Männer:

Jährliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung der Genitalien und Prostata.

Von 50 bis 55 Jahren für Frauen und Männer:

Jährliche Stuhluntersuchung zur Darmkrebsfrüherkennung (Test auf verborgenes Blut im Stuhl), danach alle zwei Jahre, wenn keine Früherkennungsdarmspiegelung in Anspruch genommen wurde.

Von 50 bis 69 Jahren für Frauen:

Alle zwei Jahre Einladung zur Mammographie-Untersuchung.

Ab 55 Jahren für Frauen und ab 50 Jahren für Männer:

Große Darmspiegelung maximal zweimal im Abstand von zehn Jahren.

Über 65 Jahre für Männer:

Seit 2018 einmaliger Anspruch auf eine Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung von Aneurysmen der Bauchschlagader.

Auch gehören regelmäßige Schutzimpfungen und die Schwangerschaftsvorsorge zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen:

Schutzimpfungen

Erwachsene haben z. B. alle zehn Jahre Anspruch auf eine Impfung gegen Tetanus und Diphtherie. Ab 60 Jahren wird eine einmalige Impfung gegen Pneumokokken und eine jährliche Grippeimpfung angeboten.

Schwangerschaftsvorsorge

Die Vorsorge während der Schwangerschaft und nach der Entbindung gehört ebenfalls zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Alle Leistungen sind in der sogenannten Mutterschafts-Richtlinie aufgeführt.

IGeL-Leistungen (Individuelle Gesundheitsleistungen)

Viele Arztpraxen werben zusätzlich mit speziellen Tests und Untersuchungen, wie z. B. Ultraschalluntersuchungen, Glaukom-Früherkennung oder PSA-Wert zur Prostatakrebsfrüherkennung. Diese muss der Patient in der Regel selbst bezahlen, da sie nicht im gesetzlichen Leistungskatalog enthalten sind und die Krankenkassen die Kosten dafür nicht übernehmen. Auch ist der Nutzen in vielen Fällen umstritten. Der IGel-Monitor bewertet die meisten angebotenen Untersuchungen aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse. Patienten sollten deshalb zusätzliche Angebote, die ihre Kasse nicht zahlt, vor einer Zustimmung prüfen und mit ihrer Krankenkasse Rücksprache halten, inwieweit kostenpflichtige Zusatzbehandlungen im Einzelfall sinnvoll sind.

Zusatzversicherungen

Nicht jede private Zusatzversicherung ist sinnvoll. Dennoch gibt es einige, die sich für gesetzlich Krankenversicherte lohnen: Sehr zu empfehlen ist eine Auslandsreise-Krankenversicherung, da sie medizinisch notwendige Rücktransporte aus dem Ausland enthält. Eine stationäre Zusatzversicherung ist sinnvoll, wenn im Krankenhaus eine Chefarztbehandlung, ein Ein- oder Zweibettzimmer oder größere Freiheit bei der Auswahl des Krankenhauses gewünscht sind. Eine Zahnzusatzversicherung bietet eine höherwertige Versorgung mit Zahnersatz, z. B. Kronen, Brücken, Inlays oder Implantaten. Die Pflegezusatzversicherung deckt einen Teil der Kosten im Pflegefall ab.