In die Pilze, fertig, los!

Spätsommer und früher Herbst ist Hauptsaison für Pilzsammler. Je nach Witterung wachsen jetzt die meisten Pilze, vor allem wenn es warm ist und gleichzeitig hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Für eine erfolgreiche Ausbeute haben wir die besten Tipps zusammengestellt.

WANN SAMMELN

Wenn es bewölkt ist, sieht man die Pilze besser. Scheint die Sonne, sind sie durch die vielen Lichtreflexe nur schwer zu erkennen. Auch bei Regen ist vom Sammeln abzuraten, da sich bei durchnässten Pilzen die Haltbarkeit verringert. Die Tageszeit hingegen ist nicht von Bedeutung. Allerdings sind in gut besuchten Wäldern die Erfolgschancen höher, wenn man frühzeitig mit dem Sammeln beginnt.

FÜNDIG WERDEN

Waldpilze stehen in Symbiosen zu Bäumen. Steinpilze findet man z. B. oft in der Nähe von Kiefern, Eichen, Fichten und Buchen. Übrigens: Wer bereits einen Pilz gefunden hat, für den lohnt sich das Suchen nach weiteren Exemplaren in unmittelbarer Nähe. Der Grund: Das Myzel, das unterirdische Fadengeflecht eines Pilzes, bildet meist mehrere Fruchtkörper. Daher lohnt es sich, nach 1–2 Wochen erneut am selben Fundort Ausschau zu halten.

GUT LAGERN

Ein Korb gilt als idealer Sammelbehälter, denn darin liegen die Pilze luftig-locker und kühl. Plastiktüten oder -behälter eignen sich hingegen nicht, da sich darin Feuchtigkeit ansammeln kann und die Pilze schimmeln können.

SICHER BESTIMMEN

Unverzichtbar ist ein Bestimmungsbuch. Es fasst die wesentlichen Merkmale zusammen, anhand derer man die verschiedenen Pilzsorten unterscheiden kann. Aber Vorsicht: Bei manchen Speisepilzen besteht Verwechselungsgefahr mit giftigen Pilzen. Im Zweifelsfall sollte man den Pilz einfach stehen lassen oder einen Fachmann fragen. Eine gute Orientierung gibt auch die Website www.123pilze.de mit 3800 Pilzarten und über 40 000 Bildern.

HERAUSDREHEN ODER ABSCHNEIDEN

Keinesfalls sollten die Pilze einfach herausgerissen werden, da so das Myzel zerstört werden kann. Besser ist es, man schneidet den Pilz mit einem kleinen, scharfen Messer auf Bodenhöhe ab oder dreht ihn mit aller Vorsicht heraus. Wenn dabei ein Loch entsteht, sollte dieses mit Erde gefüllt werden, damit das Pilzgeflecht im Boden nicht austrocknet.

RICHTIG REINIGEN

Gesammelte Pilze sollten bereits am Fundort gereinigt werden. Dabei werden sie nur mit einer Bürste gesäubert, denn Wasser bewirkt eine gummiartige Konsistenz. Nur bei starker Verschmutzung ist es ratsam, die Pilze in einem Sieb kurz abzubrausen.

NICHT MEHR SAMMELN ALS MAN VERWERTEN KANN

Bevor die Suche beginnt, sollte überlegt werden, für was die Pilze später verwendet werden sollen und welche Anzahl dafür benötigt wird. Da sie nicht sehr lange haltbar sind, werden Pilze schnell ungenießbar. Sichtbar alte Pilze eignen sich nicht für den Kochtopf und sollten daher stehen gelassen werden.

ACHTUNG ANFÄNGERFEHLER

Unerfahrene Sammler werfen häufig die unterschiedlichsten Arten zusammen in einen Korb. Sind gefährliche Giftpilze dabei, muss der gesamte Inhalt entsorgt werden, denn es könnten giftige Lamellen oder Bruchstücke zwischen die Speisepilze geraten sein. Speisepilze und Pilze, die man nicht kennt, sollten deshalb schon beim Sammeln getrennt aufbewahrt werden.