Wenn die Zuckerkrankheit den Alltag bestimmt

Gewichtsabnahme, trockene, juckende Haut und immer dieser furchtbare Durst – mit diesen Symptomen suchte Steffi K. ihren Hausarzt auf. Die Diagnose: Diabetes mellitus Typ 1. Das war vor sechs Jahren. Mittlerweile hat sie ihren Alltag mit der Autoimmunerkrankung gut im Griff.

Unterzuckerungen“, sagt die 30-jährige Buchhändlerin, „waren am Anfang ein echtes Problem.“ Auch als Hypoglykämien bezeichnet, zählen Unterzuckerungen zu den häufigsten Begleiterscheinungen eines Typ-1-Diabetes. Sie können vor allem dann auftreten, wenn der Patient versehentlich zu viel Insulin gespritzt oder den Kohlenhydratgehalt einer Mahlzeit falsch eingeschätzt hat. Normalerweise müssen Diabetiker täglich etwa vier bis sieben Mal ihren Blutzucker messen. Vor allem bei den Berechnungen besteht die Gefahr, dass dabei Fehler unterlaufen. So leben viele Betroffene in ständiger Sorge vor einer Über- oder Unterzuckerung. Der Diabetes bestimmt den Alltag.

Schwierigkeiten hatte Steffi K. anfänglich auch beim Sporttreiben: „Es hat etwas gedauert, bis ich den Bogen raus hatte. Denn gerade bei sportlicher Belastung wie beim Langlauf kann der Blutzuckerwert tief fallen.“ Bei körperlicher Aktivität ist der Energiebedarf in der Regel erhöht, auch sprechen die Muskeln besser auf Insulin an. Also müssen die Betroffenen entsprechend weniger Insulin spritzen oder Kohlenhydrate zum Ausgleich essen, um einer Unterzuckerung vorzubeugen.

Ähnlich umsichtig ist sie auch beim Autofahren. „Bei niedrigen Zuckerwerten sind Wahrnehmung und Reflexe gestört, das kann wahnsinnig gefährlich sein.“ Deshalb achtet Steffi K. darauf, dass ihre Werte in Ordnung sind. Und nimmt für alle Fälle Blutzuckermessgerät sowie Traubenzucker mit.

Auch die Ernährung macht ihr heute kaum noch Sorgen: „Ein Eis oder ein Gläschen Wein sind durchaus okay. Eigentlich muss ich auf nichts verzichten.“ Zucker ist ebenfalls nicht tabu, denn für Menschen mit Typ-1-Diabetes gelten die gleichen Empfehlungen wie für Gesunde. Allerdings müssen Diabetiker ihre Insulinbehandlung und ihre Ernährung aufeinander abstimmen. Denn vor allem Kohlenhydrate in der Nahrung – sowie in weitaus geringerem Umfang Fette und Eiweiße – lassen den Zuckerspiegel im Blut ansteigen.

Momentan plant Steffi K. von dem Pen auf die Insulinpumpe umzusteigen: „Ich glaube, dass ich wirklich viel unabhängiger mit der Pumpe bin, weil ich keine Nadeln und keine Pens mehr mitnehmen muss. Aber egal, ob Pen oder Pumpe – mir geht’s gut.