Blutzuckermessung bei Diabetes: Ohne Teststreifen läuft nichts

Für Diabetiker gehören sie zum Alltag: Teststreifen. Die bekanntesten sind jene, mit denen täglich der aktuelle Blutzuckerwert überprüft wird. Aber auch andere Teststreifen können eine wichtige Rolle im Leben eines Insulinkranken spielen, beispielsweise die zur Bestimmung von Ketonkörpern oder von Eiweiß. Aber wie funktionieren diese praktischen Helfer eigentlich? Wir stellen Ihnen zwei Verfahren zur Blutzuckerkontrolle vor.

Ein elektronisches Blutmessgerät, eine kleine Lanzette und Teststreifen gehören zur normalen „Ausrüstung“ der meisten Diabetiker. Um den Blutzuckerwert mit einem elektronischen Messgerät selbst zu bestimmen, wird mittels der Lanzette ein Tropfen Blut aus der Fingerspitze gewonnen. Dieser wird auf den Teststreifen aufgetragen und zur Messung in das Blutzuckermessgerät eingeführt. Das Display zeigt nach kurzer Zeit den Messwert an.

Für die Ermittlung des Blutzuckerwerts haben sich neben derzeit noch nicht vollständig anerkannten „blutlosen“ Messmethoden zwei Verfahren bewährt: Die elektrochemische Messung ist heute in Deutschland Standard. Bei dieser – auch amperometrische Messung genannten – Methode wird der Blutzuckergehalt über die elektrische Leitfähigkeit des Blutes ermittelt. Der Teststreifen enthält in einer kleinen Reaktionskammer Enzyme, die mit der Glukose im angesaugten Bluttropfen reagieren. Dabei werden Elektronen freigesetzt und es entsteht ein schwacher Strom: Je höher der Glukosegehalt im Blut ist,umso mehr Strom fließt. Das Messgerät rechnet den entstandenen Stromfluss in den Blutzuckerwert um.

Die photometrische Messung, die lange Zeit die einzige Blutzuckerkontrolle war, ist heute weniger verbreitet. Dabei erfolgt die Bestimmung des Messwerts über ein optisches Messverfahren mit Licht. Der Bluttropfen wird auf dem Teststreifen platziert und anschließend über den entsprechenden Einfuhrschacht ins Blutzuckermessgerät gesteckt. Dieser Streifen enthält Enzyme, also Eiweiße, die biochemische Reaktionen im Körper auslösen. Diese Enzyme reagieren mit der Glukose im aufgetragenen Bluttropfen, wobei die Lichtabsorption von der Glukosekonzentration abhängig ist. Das heißt, je dunkler sich der Teststreifen verfärbt, umso höher ist der Blutzuckerwert.

Weitere Teststreifen für Diabetiker

Nicht nur die Blutzuckerkontrolle ist für Diabetiker unerlässlich, sondern auch die Bestimmung von Ketonkörpern im Urin und im Blut sowie von Eiweiß im Urin. Eine Ketonkörpermessung kann vor allem bei Patienten mit Typ-1-Diabetes wichtig sein, wenn bei erhöhten Blutzuckerwerten der Verdacht auf eine gefährliche Übersäuerung des Körpers besteht. In diesem Fall sollte jeder Patient einen Teststreifen für einen Urintest auf Ketone parat haben.die in Apotheken erhältlich sind.

Eine erhöhte Eiweißkonzentration im Urin kann mit dem sogenannten Albumintest nachgewiesen werden. Der Test ist ein wichtiges Mittel, um einen diabetesbedingten Nierenschaden früh zu erkennen und zu behandeln. Diabetespatienten sollten sich daher mindestens einmal jährlich auf den Wert untersuchen lassen.