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Dicke Ernährungsfallen

FVerschiedene Schalen mit unterschiedlichen Zuckerarten wie Würfelzucker Kandiszucker

Der "böse" Zucker

Dieses Kapitel zeigt zwei paradoxe Trends auf: Einerseits enthalten viele Produkte Zucker, von denen man es gar nicht unbedingt erwartet - andererseits ist der Ersatz von Zucker durch andere Süßmacher auch nicht immer das Optimale.

Langsam hat es sich ja herumgesprochen, dass z.B. in einem Liter Cola über 40 Stück Würfelzucker stecken. Aber auch Malzbier enthält pro kleine Flasche (0,33 l) ca. 11 Stücke Zucker und ist damit ebenfalls nicht als Durstlöscher geeignet. Und selbst "gesunde" Produkte wie z.B. Fruchtjoghurt können 4 - 6 Stück Zucker pro 100 g enthalten. Eine echte Zuckerbombe ist Orangennektar. Ein Glas (0,2 l) enthält gute 9 Stück Zucker.

Vollends in die Irre geführt wird man bei Produkten, die eigentlich herzhaft sein sollen. Tomatenketchup enthält z.B. 11 Stück Zucker pro 100 g. Auch in Fertigprodukten wie Salatkräuter-Mischungen, Brotaufstrich oder Kartoffelsalat kann Zucker stecken.

Da greift man doch gerne zu Produkten, die auf Haushaltszucker, wissenschaftlich Saccharose, verzichten. Doch was hat es damit auf sich? Da gibt es z.B. "Glucose-Fructose-Sirup". Dahinter versteckt sich jedoch nichts anderes als aufgeschlüsselter Zucker.

Dann vielleicht "die Süße aus Früchten"? Das ist Fructose (Fruchtzucker), ein Bestandteil des Haushaltszuckers. Der Vorteil: Fructose beeinflusst nicht den Insulinhaushalt des Körpers. Damit ist sie für Diabetiker geeignet. Nachteil: Erstaunlich viele Menschen vertragen Fructose nicht gut (es werden immer mehr). Und: Kalorien liefert der Fruchtzucker genauso wie Haushaltszucker oder auch Traubenzucker (Glucose).

Süßstoffe: machen sie dick?

Ein Argument, das hier gerne ins Feld geführt wird: In der Schweinemast, so heißt es, mischt man dem Futter auch einen Süßstoff zu, nämlich Saccharin. Daraus wird dann gefolgert, dass Saccharin "mästet", also dick macht. Bei genauerem Hinsehen verliert dieses Argument jedoch stark an Schlagkraft.

Denn Saccharin darf nur dem Futter von Ferkeln bis zum vierten Lebensmonat zugesetzt werden. Das Ziel dabei ist nicht, die Ferkel zu mästen, sondern sie nach der süßen Muttermilch an das herbe Futter zu gewöhnen. Die eigentliche Mast findet erst nach dem Ferkelalter statt - und in dieser Phase sind die Süßstoffe nicht mehr erlaubt.

Andererseits zeigt die Beobachtung, dass die Menschen seit der Einführung von Light-Produkten und Null-Kalorien-Getränken dicker statt dünner geworden sind. Die gängige Erklärung: Der süße Geschmacksreiz soll in der Bauchspeicheldrüse die Ausschüttung von Insulin anregen. Dadurch würde der Blutzuckerspiegel sinken - und man bekäme Heißhunger.

Aber auch das stimmt nicht: Die Bauchspeicheldrüse reagiert nicht auf Geschmacksreize, sondern nur auf tatsächlich vorhandenen Zucker im Blut.

Doch einen anderen Mechanismus konnte man in Tierversuchen feststellen: Die Verdauungstätigkeit wurde durch Süßstoffprodukte nicht so stark angeregt wie durch Gezuckertes, der Körper verlangte nach mehr Nahrung.

Bei aller Skepsis gegenüber dem Zuckerersatz: Wenn man Süßstoff statt Zucker in seinen Kaffee rührt, ist das unproblematisch - man sollte nur nicht den ganzen Tag über seinen Durst mit Light-Getränken stillen.

Verstecktes Fett

Butter & Margarine, Frittiertes & Paniertes, Fleisch mit Fettrand & Torte mit Sahne - da sieht man das Fett gleich auf den ersten Blick. Doch in vielen Lebensmitteln sind die Fette gut versteckt. Bei Mettwurst, Salami & Co. kann man die Fettstücke noch gut erkennen, bei Fleischwurst oder Streichwurst nicht mehr. So enthält etwa die Leberwurst deutlich mehr Fett als Leber, und Teewurst besteht immer noch zu ca. einem Drittel aus Fett.

Auch Käse kann eine echte Fettbombe sein. Eine Portion "Tomate-Mozzarella" kann schnell mal mit über 500 Kalorien zu Buche schlagen, denn der beliebte Büffelkäse besteht zu 20 Prozent aus Fett.

Dann greift man eben zu einem knackigen Salat. Aber bitte nicht mit einem fertigen Sahne-/Mayo-Dressing aus dem Supermarkt. Sonst hat man schnell mal 10 - 20 g Fett auf dem Teller.

Und wer zur Abwechslung das Brötchen durch ein Croissant ersetzt, tut seiner Fettbilanz auch keinen Gefallen: Dieses "leichte" Gebäck liefert 20 - 25 g Fett pro Stück. Normale Brötchen erscheinen "schwerer", enthalten aber viel weniger Fett und entsprechend weniger Kalorien.

Schließlich darf man auch die beliebten Kaffeespezialitäten nicht vergessen. Ein Glas Latte Macchiato mit Vollmilch kann bis zu 10 g Fett enthalten - und dazu kommt noch der Zucker. So kommen 350 - 400 Kalorien zusammen.

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