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Der Weg zum Wunschkind

Frau liegt mit Baby im Bett

Der Zyklus der Frau

Er beginnt mit dem ersten Tag der Regelblutung und dauert 28 Tage. Das ist jedoch nur ein Durchschnittswert, schließlich ist eine Frau keine Maschine. Schwankungen zwischen 26 und 32 Tagen sind normal.

Etwa fünf Tage lang löst sich die Gebärmutterschleimhaut, die sich in der vorherigen Periode gebildet hat, ab. Das äußert sich als Blutung. Gleichzeitig steigt der Östrogenspiegel an, um einen erneuten Aufbau der Gebärmutterschleimhaut auszulösen.

Auch der Spiegel des Follikel-stimulierenden Hormons (FSH) steigt an. Es sorgt für die Reifung der Eibläschen (Follikel) im Eierstock. Weiterhin erhöht sich der Spiegel des Lutenisierenden Hormons (LH), zuerst langsam, dann sprunghaft.

Dieser Hormonsprung in der Mitte des Zyklus bewirkt die endgültige Ausreifung eines Eibläschens. Es platzt auf und gibt die Eizelle in seinem Inneren frei. Das ist der Eisprung. Die Eizelle wandert nun durch den Eileiter in die Gebärmutter. Auf diesem Weg kann sie befruchtet werden. Das leere Eibläschen bildet das Gelbkörperhormon Progesteron.

Dieses soll die Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut vorbereiten. Nistet sich keine befruchtete Eizelle ein, wird die nicht benötigte Schleimhaut abgestoßen: Die Regelblutung und damit ein neuer Zyklus beginnt.

Männliche Fruchtbarkeit

Damit verhält es sich (oberflächlich gesehen) etwas einfacher: Es gibt keinen Zyklus, der Mann ist prinzipiell immer gleich fruchtbar. Die Samenzellen (Spermien) werden in den Hoden gebildet.

Gesteuert wird dieser Vorgang durch dieselben Hormone, die auch eine wichtige Funktion für die weibliche Fruchtbarkeit haben: LH und FSH. Deren Ausschüttung wird im Gehirn reguliert. Daher können auch Umstände wie Stress oder starke Emotionen die Spermienreifung beeinflussen (positiv oder negativ).

Ein gesunder Mann produziert täglich zwischen 20 und 100 Millionen Spermien. Der ganze Vorgang der Spermienproduktion und -reifung dauert übrigens drei Monate. Mit zunehmendem Alter sinkt allerdings die Zahl der produzierten Spermien - und damit auch die Fruchtbarkeit des Mannes. Trotzdem können Männer im Prinzip auch noch jenseits der 50 Vater werden.

Die fruchtbaren Tage

Für die Bestimmung der fruchtbaren Tage sind zwei Dinge entscheidend: der Zeitpunkt des Eisprungs und die Lebensdauer der Spermien.

Erst einmal wichtig zu wissen: Nicht in jedem Zyklus findet ein Eisprung statt. Junge Frauen um 20 haben im Jahr im Schnitt drei Zyklen ohne Eisprung, Frauen um 40 sogar acht. Die Eizelle ist nur in den ersten 12 bis 24 Stunden nach dem Eisprung befruchtungsfähig. Die Spermien können im Körper der Frau ca. 3 bis 5 Tage überleben.

Das bedeutet, dass etwa sechs Tage im Zyklus der Frau fruchtbar sind: fünf Tage vor dem Eisprung (Lebensdauer der Spermien) und ein Tag danach (Lebensdauer der Eizelle).

Es gibt körperliche Anzeichen, wann ein Eisprung bevorsteht: Der Muttermund (Übergang von der Vagina in die Gebärmutter) zieht sich nach innen zurück und öffnet sich. Gleichzeitig steigt die Produktion von Schleim an, sodass der Scheidengang feucht wird. Der Schleim ist dabei zäh und klebrig. In diesen Tagen vor dem Eisprung ist die Frau fruchtbar.

Als Faustregel gilt: Ein Paar, das alle drei Tage miteinander schläft, müsste damit mindestens einmal einen fruchtbaren Tag "treffen". Es gibt also keinen Grund für irgendeinen Leistungsdruck, sondern man sollte - auch bei Kinderwunsch - Sex nach Lust und Laune haben.

Hilfreiche Tipps

Nach dem Absetzen der Pille (oder anderer hormoneller Verhütungsmittel) kann es relativ schnell wieder zu einer Schwangerschaft kommen, auch nach langjähriger Einnahme. Der weibliche Körper braucht nur wenige Monate, um seinen normalen Zyklus wieder aufzunehmen.

Frauen und Männer sollten bei Kinderwunsch auf ihre Ernährung achten. Alkohol und Koffein sind, wenn überhaupt, nur in sehr begrenzten Mengen erlaubt - und zwar für beide. Nikotin und Drogen sind tabu.

Frauen sollten schon vor der Schwangerschaft beginnen, zusätzlich Folsäure zuzuführen. Empfohlen werden 600 Mikrogramm pro Tag. Das kann übrigens auch dem Mann nicht schaden, weil Folsäure generell wichtig für Zellteilungsprozesse ist.

Gleichzeitig ist auch eine erhöhte Zufuhr von Vitamin B12 sowie eventuell von Jod empfehlenswert. Auch Selen und Zink spielen eine Rolle.

Übrigens:

  • Enge Hosen oder langes Sitzen lassen bei Männern die Temperatur der Hoden ansteigen. Das senkt die Samenqualität. Also: Besser luftige und atmungsaktive Hosen (und Unterhosen) tragen.
  • Auch der weibliche Höhepunkt spielt eine Rolle bei der Zeugung: Zum einen taucht der Muttermund in das Sperma ein, zum anderen soll durch die Muskelkontraktion der Samen regelrecht in die Gebärmutter eingesaugt werden.
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