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Bauchschmerzen – ein Volksleiden

Person liegt auf Couch und hält vor Schmerzen ihren Bauch

Unter Bauchschmerzen werden meistens Beschwerden des Magens verstanden. Dieser ist sehr empfindlich und nimmt nicht nur eine falsche und einseitige Ernährung sowie übermäßigen Alkoholkonsum übel, sondern reagiert auch auf Stress und Angst.

Viele Ursachen möglich

Der Magen kann als ein sehr großer Muskel betrachtet werden. Seine Aufgabe ist das Durchmischen der aufgenommen Nahrung mit der Magensäure.

Dies geschieht durch Wellen- und Knetbewegungen, wodurch der Nahrungsbrei bis zum Magenausgang, dem Pförtner, transportiert wird. Von hier aus gelangt er in kleinen Portionen in den Darm.

Die Magensäure selbst bereitet die Nahrung für die Verdauung durch die Darmbakterien vor, indem zum Beispiel die Eiweiße durch die Enzyme in der Magensäure zum Teil schon aufgelöst und abgebaut werden.

Gesteuert wird der ganze Prozess von dem vegetativen, also dem unterbewussten Nervensystem. Damit sind Bauchschmerzen auch durch psychische Faktoren möglich. Der Reizmagen ist eine der häufigsten Form von Bauchschmerzen und Verdauungsbeschwerden.

In der Fachsprache wird er als funktionelle Dyspepsie bezeichnet. Dies bedeutet, dass der Magen nicht mehr richtig funktioniert - und das, obwohl keine organische Erkrankung gefunden werden kann.

Eine der Hauptursachen ist eine Überempfindlichkeit des Nervensystems, das den Magen umgibt. Dabei können die folgenden Beschwerden auftreten: brennende, krampfartige oder dumpfe Schmerzen im Oberbauch, Völlegefühl, Blähungen, Übelkeit und auch Erbrechen.

Appetitlosigkeit und Schluckbeschwerden mit einer brennenden Zunge und einem trockenen Mund können ebenfalls Anzeichen eines Reizmagens sein. Die Beschwerden können schon seit Jahren in unterschiedlicher Stärke bestehen und treten in unterschiedlichen Abständen immer wieder auf.

Ernährung bei Reizmagenbeschwerden

Bei manchen Betroffenen treten die Beschwerden einzeln auf, etwa nur Schmerzen im Oberbauch. Es können aber auch verschiedene Beschwerden zusammen vorkommen. Häufigster Zeitpunkt für das Auftreten der Symptome ist beim oder nach dem Essen.

Eine spezielle Reizmagen-Diät gibt es nicht. Doch können einige Regeln zu einer Entlastung führen, um eine medikamentöse Therapie zu unterstützen. Dazu gehört, dass die Betroffenen besser mehrere kleine Mahlzeiten zu sich nehmen als drei große Mahlzeiten am Tag.

Da Zigaretten und Alkohol die Beschwerden noch verschlimmern können, ist es besser, während des Essens auf Alkohol oder Kaffee zu verzichten und auch die Zigarette danach zu meiden.

Sind die Beschwerden noch nicht so stark, hilft auch das langsame Kauen einer Scheibe Weißbrot. Vermieden werden sollte der Verzehr von stark angebratenen oder kräftig gewürzten Speisen.

Blähungen mit damit einhergehenden Schmerzen können durch die Verwendung von verdauungsfördernden Gewürzen gemildert werden. Dazu gehören Kümmel, Anis oder Koriander.

Manchmal hilft auch ein Spaziergang oder eine sanfte Bauchmassage. Dagegen sollten Nahrungsmittel, die schwer verdaulich sind, gemieden werden.

Frisches Steinobst, zum Beispiel Kirschen oder Pflaumen, sollte selten und nicht in großen Mengen verzehrt werden. Auch diverse Gemüsesorten, etwa Blumenkohl und Kohlrabi, sind schwer verdaulich und belasten den Magen.

Besonders schwer verdaulich sind Hülsenfrüchte. Dazu gehören Bohnen, Erbsen und Linsen, die alle nur selten gegessen werden sollten. Besser sind bekömmliche Lebensmittel, wie zum Beispiel Kartoffeln und Karotten.

Andere Auslöser

Etwa jeder zehnte Erwachsene in Deutschland leidet unter eine Laktose-Intoleranz. Bei dieser Erkrankung fehlt den Betroffenen das Enzym Laktase.

Dieses Fehlen löst nach dem Verzehr von Milch und Milchprodukten Völlegefühl, Durchfälle und Blähungen aus. Diese können unmittelbar oder mit einer Verzögerung von einigen Stunden auftreten.

Einige Menschen schlucken während des Essens unbewusst viel Luft. Besonders wenn sich Menschen in einer Phase befinden, die durch ungelöste Konflikte oder Stress geprägt ist, neigen sie dazu, hektisch zu essen.

Dabei wird zu wenig gekaut, und mit der hastig herunter geschluckten Mahlzeit wird auch viel Luft verschluckt. Dies führt dann zu Symptomen, die denen des Reizmagens ähneln.

Auch eine Motilitätsstörung des Magens kann zu Problemen führen. Hierbei ist das Beweglichkeitsvermögen des Magens aus dem Gleichgewicht geraten. Dadurch kann es zu einer verstärkten oder verminderten Funktion der Magenmuskulatur kommen.

Die Beschwerden äußern sich in einem Druckgefühl im Oberbauch, das sich nur sehr schwer lokalisieren lässt. Die Betroffenen empfinden ein vorzeitiges Sättigungsgefühl.

Auch Überempfindlichkeiten gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln, die sonst gut vertragen wurden, kommen dann oft vor. Sie äußern sich in verstärkten Blähungen und Übelkeit, die allerdings nicht nachts auftreten.

Bauchschmerzen können auch entstehen, wenn zu wenig Magensäure produziert wird. Dann wird die Nahrung nicht ausreichend in kleine Bestandteile zerlegt. Dadurch kann es bei dem Weitertransport im Magen zu Völlegefühl und Schmerzen im Oberbauch kommen.

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