Die Beweglichkeit erhalten

Auch und gerade wenn die Gelenke schmerzen, kann Bewegung sinnvoll sein. Doch wenn die Schmerzen zu stark sind, probiert man jede Bewegung zu vermeiden. So kann man den Teufelskreis durchbrechen. (Gesunde Medizin 1.2.12, S. 46/47)
Arthrose und Rheuma
Der menschliche Bewegungsapparat mag ein Wunder der Evolution sein, aber Schwachstellen hat er dennoch. Diese machen sich vor allem mit zunehmendem Alter bemerkbar. Typische Problemzonen sind die Gelenke und die Wirbelsäule, die am stärksten der Abnutzung unterworfen sind.
Die häufigsten Gelenkveränderungen sind die so genannten Arthrosen oder degenerative Gelenkerkrankungen. Bei 50 Prozent der über 35-Jährigen kann der Arzt bereits eine beginnende Arthrose diagnostizieren - in der Altersgruppe der 50- bis 60-Jährigen sind schon 75 Prozent betroffen.
Zu Beginn sind leichte, vorübergehende Gelenkschmerzen typisch und, besonders abends, schwere, müde Gliedmaßen. Je stärker sich der Gelenkknorpel abnutzt, desto heftiger und anhaltender werden die Schmerzen.
Am häufigsten sind Knie- und Hüftgelenke betroffen. Zwar ist die Arthrose nicht heilbar, durch Bewegung und medikamentöse Therapie kann man aber die Schmerzen lindern und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen.
Ist das Gelenk jedoch zerstört, hilft oftmals nur noch ein künstliches Gelenk - so werden in Deutschland jährlich über 100.000 Hüftgelenke und rund 40.000 Kniegelenke durch Prothesen ersetzt. Bewegungsschmerzen können auch durch Rheuma verursacht werden.
Darunter versteht man die chronische Entzündung der Gelenke, wobei die bekannteste Erscheinungsform die rheumatoide Arthritis ist. Im Vergleich zur Arthrose, bei der die Schmerzen bei Belastung auftreten, ist bei Arthritis der Schmerz dauerhaft, auch in Ruhe und häufig nachts.
Charakteristisch ist dabei auch eine Morgensteifigkeit der Gelenke. Dazu kommen oftmals Schwellungen, Verformungen und eine Überwärmung.
Knochenschwund und akute Probleme
Von der Osteoporose sind besonders häufig Frauen nach den Wechseljahren betroffen. Dann nämlich werden Geschlechtshormone nicht mehr produziert, die in jüngeren Jahren zur Festigkeit der Knochen beigetragen haben.
Bei rund 40 Prozent aller Frauen über 50 Jahren sind Anzeichen einer Osteoporose festzustellen, zum Beispiel gelegentliche Rückenschmerzen. Verlieren die Knochen weiter an Dichte, kommt es - oft ohne erkennbaren Anlass - zu Knochenbrüchen.
Knochenfrakturen und Vermeidungshaltungen können wiederum zu Fehlstellungen, Muskelverspannungen und starken Schmerzen führen. Doch neben diesen chronischen und weitgehend altersbedingten Schmerzen des Bewegungsapparats gibt es auch solche, die akut auftreten können:
Ein Bandscheibenvorfall beispielsweise, Rückenschmerzen in Folge von zu langem Sitzen, Hexenschuss oder Ischiasbeschwerden. Hier sollte der Arzt die Ursachen klären und eine geeignete Therapie in die Wege leiten.




