Wechseljahre und Ernährung

Symptome der Wechseljahre

Zwar kommt jede Frau in die Wechseljahre, aber die Beschwerden werden von jeder Frau unterschiedlich wahrgenommen. Viele erleben nur ein einziges Symptom, andere unter Umständen alle gleichzeitig und manche entwickeln auch kein Symptom.

Eines der häufigsten und auch frühesten Symptome sind die Hitzewallungen. Da Östrogen auf die Funktion der Blutgefäße einen Einfluss nimmt, kommt es bei sinkendem Östrogenspiegel zu einer Ausdehnung der Gefäße, die sich vermehrt mit Blut füllen.

Dadurch steigt die Hauttemperatur, vornehmlich in der oberen Körperhälfte. Dies kann von starken Rötungen mit anschließenden Schweißausbrüchen begleitet sein. Die Hitzewallungen dauern unterschiedlich lange an und können mehrmals am Tag auftreten.

Als sehr unangenehm werden das oft dabei auftretende Herzjagen oder nächtliche Hitzewallungen empfunden, da sie den Schlaf empfindlich stören.

Zu den psychovegetativen Beschwerden zählen auch depressive Verstimmungen, Angstzustände und Reizbarkeit. Diese Beschwerden hängen aber oft mit den allgemeinen Lebensumständen der Betroffenen zusammen.

Zu den unangenehmen Beschwerden zählen die Veränderungen der Schleimhäute und der gesamten Haut. Sie werden dünner und trockener, da sie an Feuchtigkeit verlieren. Dies beeinflusst nicht nur das Aussehen, sondern führt zu Beschwerden im Urogenitalbereich.

Phytoöstrogene sind hilfreich

Hitzewallungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose treten in asiatischen Ländern im Vergleich zu westlichen Industrieländern seltener auf. Dieses Phänomen wird auch mit einem hohen Anteil an sogenannten Phytoöstrogenen in Verbindung gebracht, die durch die traditionelle Ernährung in Asien aufgenommen werden.

Insbesondere in Soja und Sojaprodukten sind diese sekundären Pflanzenstoffe enthalten, die in ihrer Struktur und Funktion dem weiblichen Östrogen ähneln. Zu den Phytoöstrogenen zählen Isoflavone, Lignane und Coumestane.

Für den weiblichen Stoffwechsel sind vor allem Isoflavone und Lignane interessant. Besonders reich an Lignanen sind Leinsamen, Sonnenblumen- und Kürbiskerne. Zudem sind Phytoöstrogene auch in Hülsenfrüchten, Getreidekleie sowie in geringen Konzentrationen in Obst und Gemüse enthalten.

Extrakte aus Rotklee enthalten in größeren Mengen Isoflavone. Sie können Spätfolgen des Östrogenmangels wie Osteoporose und Herz-Kreislauferkrankungen entgegenwirken, beeinflussen jedoch nicht das Wachstum von Brust- und Gebärmutterzellen.

Ernährung für Körper und Seele

Um den Wasserverlust in der Haut und den Schleimhäuten vorzubeugen, sollten täglich mindestens zwei bis drei Liter Mineralwasser oder Kräutertee getrunken werden.

Zum Schutz vor Osteoporose sollten vorbeugend viele kalziumhaltige Nahrungsmittel wie Milch, Quark, Käse und Joghurt getrunken oder gegessen werden. Auch Mineralwasser mit mindestens 400 Milligramm Kalzium pro Liter ist geeignet.

Eine Kalziumzufuhr von 1000 Milligramm pro Tag gilt als ausreichend. Dabei müssen phosphatreiche Fertiggerichte vermieden werden, denn Phosphat bindet freies Kalzium. Die gesündeste Ernährung während und nach den Wechseljahren besteht aus naturbelassenen und auf natürliche Weise produzierten Nahrungsmitteln.

Dazu gehören Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, mageres Fleisch, Fisch und gelegentlich ein Ei. Denn diese Nahrungsmittel enthalten die Vitamine, die nicht nur der Körper, sondern auch die Haut brauchen.

Insbesondere zwei Nahrungsmittel sollten bevorzugt auf dem Speisezettel stehen: Leinsamen und Sojabohnen. Um die empfohlene Tagesmenge an Phytoöstrogenen aufzunehmen (etwa 75 Milligramm), reichen eine Tasse Tofu, eine Tasse frische Sojabohnen oder eine halbe Tasse getrocknete Sojabohnen.