Gut durch die Wechseljahre

Start in die zweite Lebenshälfte

Bei Europäerinnen und Nordamerikanerinnen liegt das Durchschnittsalter für die letzte Regelblutung, die sogenannte Menopause, zwischen 50 und 52 Jahren. Die Spannbreite reicht jedoch deutlich weiter: Zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr beginnt die Umstellung der Hormone im weiblichen Körper.

Zunächst einmal drosselt der Körper die Produktion der weiblichen Sexualhormone ganz gemächlich, aber keineswegs gleichmäßig. Ein bis zwei Jahre vor der Menopause verlängert sich der Zyklus bei vielen Frauen als Zeichen einer allmählichen Veränderung der Eierstockfunktion.

Die eigentliche Menopause lässt sich zudem erst rückblickend feststellen, nämlich dann, wenn die Blutungen zwölf Monate lang ausgeblieben sind. Die Menopause war die letzte Regelblutung.

Nach dieser Zeit überwiegen die sogenannten Androgene im Spiel der Hormone im Körper. Der Anteil der noch produzierten Östrogene ist individuell sehr verschieden. Das erklärt auch, warum Frauen in unterschiedlichem Maße an klimakterischen Beschwerden leiden.

Allerdings sind nicht alle diese Beschwerden auf einen niedrigen Östrogenspiegel zurückzuführen - auch die anderen Sexualhormone haben einen Einfluss, wie z.B. das follikelstimulierende Hormon (FSH) oder das luteinisierende Hormon (LH).

Beschwerden in den Wechseljahren

Bedingt durch die vielfältigen Funktionen der weiblichen Geschlechtshormone hat die Umstellung des Hormonhaushalts nicht nur Auswirkungen auf das Blutungsverhalten. Der Hypothalamus, das wichtigste Steuerorgan für die hormonellen Abläufe im Körper, weist Verbindungen zu vielen anderen Bereichen des Gehirns auf.

Dazu zählen beispielsweise die sogenannten vegetativen Gehirnzentren, die den Kreislauf und die Körpertemperatur regulieren. Darüber hinaus ist der Hypothalamus auf das engste mit dem limbischen System verknüpft, das als das Gefühlszentrum des Gehirns gilt.

Aus dieser Tatsache erklärt sich, dass die mit den Wechseljahren verbundenen hormonellen Schwankungen zu psychovegetativen Störungen führen können, zu denen z.B. Hitzewallungen, Schwindel, depressive Verstimmungen, Nervosität und Schlafstörungen gehören.

Dabei liegt die Betonung eindeutig auf "können" - das Auftreten solcher Beschwerden ist keineswegs zwangsläufig. Etwa ein Drittel der Frauen in den Wechseljahren leidet unter ausgeprägten Beschwerden, ein weiteres Drittel hat leichte Symptome, das letzte Drittel durchlebt das Klimakterium beschwerdefrei.

Hitzewallungen sind die wohl häufigsten Störungen und damit geradezu zum Synonym für die Wechseljahre geworden. Sie betreffen zumeist die obere Körperhälfte und können von einer starken Hautrötung mit anschließendem Schweißausbruch begleitet sein. Meist dauert die Wallung weniger als eine Minute.