Die Menopause-Rating-Skala

Messinstrument für die Beschwerden

Etwa ein Drittel der Frauen in den Wechseljahren leidet stark unter der Hormonumstellung, ein Drittel hat nur leichte Beschwerden, während das letzte Drittel kaum etwas merkt. Experten betonen, dass jede Frau, sobald die Beschwerden ihre Lebensqualität einschränken, in Zusammenarbeit mit dem Gynäkologen eine Behandlung beginnen sollte.

Zu den häufigsten Problemen während der Wechseljahre zählen Hitzewallungen, Schlafstörungen, Reizbarkeit, körperliche und geistige Erschöpfung sowie depressive Verstimmungen.

Organisch kommt häufig Scheidentrockenheit hinzu, die zu Schmerzen beim Verkehr führen kann. Blasenbeschwerden sind ebenfalls typisch. Zudem wird die Haut trockener, das Haar dünner, Gelenk- und Muskelbeschwerden tauchen auf.

Um die Beschwerden für die nötige Behandlung und zur Erfolgskontrolle der eingeschlagenen Therapie zu katalogisieren, wurde 1994 die sogenannte Menopause Rating Scale (MRS) und einige Jahre später die MRS II publiziert, die weitere Faktoren hinzufügte.

Mit dieser Selbstbeurteilungsskala für die Frau in den Wechseljahren steht ein schnelles, sparsames, einfaches und zeitsparendes Hilfsmittel zur Diagnostik und Quantifizierung der klimakterischen Beschwerden zur Verfügung.

Es zeigt sich ein direkter Zusammenhang zwischen der Höhe des ermittelten Wertes und der Lebensqualität der Frau. Je höher der Wert auf der Selbstbeurteilungsskala ausfällt, desto stärker ist die Lebensqualität eingeschränkt.

Kategorien der Bewertung

Die wichtigen Symptome werden einzeln beurteilt und auch graphisch festgehalten, ohne sie wie in früheren Verfahren mit einem Multiplikationsfaktor zu versehen. Somit entsteht ein individuelles Profil jeder Patientin.

Die Skala kann sowohl vom Arzt als auch von der Patientin ausgefüllt werden. Mit der numerischen und graphischen Darstellung lässt sich auch ein Therapieerfolg schnell und optisch gut erfassen.

Dabei wird in elf verschiedene Beschwerdebilder unterschieden - von "keine Beschwerden" über "leichte", "mittlere", "starke" bis "sehr starke" oder den Punktwerten 0 bis 4. Die entscheidenden Beschwerdebilder sehen wie folgt aus:

  • Wallungen, Schwitzen (Aufsteigende Hitze, Schweißausbrüche)
  • Herzbeschwerden (Herzklopfen, Herzrasen, Herzstolpern, Herzbeklemmungen)
  • Schlafstörungen (Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen, zu frühes Aufwachen)
  • Depressive Verstimmung (Mutlosigkeit, Traurigkeit, Weinerlichkeit, Antriebslosigkeit, Stimmungsschwankungen)
  • Reizbarkeit (Nervosität, innere Anspannung, Aggressivität)
  • Ängstlichkeit (innere Unruhe, Panik)
  • Körperliche und geistige Erschöpfung (allgemeine Leistungsminderung, Gedächtnisminderung, Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit)
  • Sexualprobleme (Veränderung des sexuellen Verlangens, der sexuellen Betätigung und Befriedigung)
  • Harnwegsbeschwerden (Beschwerden beim Wasserlassen, häufiger Harndrang, unwillkürlicher Harnabgang)
  • Trockenheit der Scheide (Trockenheitsgefühl oder Brennen der Scheide, Beschwerden beim Geschlechtsverkehr)
  • Gelenk- und Muskelbeschwerden (Schmerzen im Bereich der Gelenke, rheuma-ähnliche Beschwerden).

Diese Skala wird auch zur Beurteilung herangezogen, wenn in wissenschaftlichen Studien beispielsweise pflanzliche Arzneimittel gegen Wechseljahrsbeschwerden getestet werden. Anhand der veränderten Werte im MRS II wird dann die Wirksamkeit ausgedrückt.