Wenn die Wade krampft

Verlust von Mineralien

Bei körperlicher Anstrengung können nicht nur einzelne Muskeln überfordert werden, es gehen auch mit dem Schweiß Wasser und Mineralstoffe verloren, die für eine normale Muskelfunktion notwendig sind.

Durch den Flüssigkeitsverlust kommt es zu einer Störung des Elektrolyt- und Wasserhaushalts des Körpers. Deshalb sollte nach schweißtreibenden Aktivitäten der Wasser- und Mineralverlust möglichst schnell wieder ausgeglichen werden.

Dazu eignen sich Mineralwasser, Apfelschorle und spezielle Elektrolytgetränke aus der Apotheke. Wichtig ist die Zufuhr von Mineralien, besonders von Magnesium, Kalium, Calcium oder Natrium.

Besonders ein Magnesiummangel kann zu Wadenkrämpfen führen. Der Mineralstoff ist lebensnotwendig und an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt. Er kann vom Körper nicht selbst gebildet werden – die Zufuhr sollte bei täglich 350 Milligramm liegen.

Eine ausreichende Versorgung mit Magnesium ist wichtig für die Muskulatur, insbesondere für den Herzmuskel, aber auch für das Nervensystem und die Koordination zwischen Nerven und Muskeln.

Defizite bei der Magnesiumaufnahme entstehen besonders leicht bei erhöhtem Magnesiumbedarf, z.B. in Wachstumsphasen, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei sportlicher Aktivität oder auch bei psychischem oder physischem Stress.

Neben einer erhöhten Aufnahme durch magnesiumreiche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Spinat, Kartoffeln, Vollkornbrot, Haferflocken, Milch, Käse und Mineralwasser bieten sich spezielle rezeptfreie Präparate aus der Apotheke an.

Hinweis auf ernsthafte Erkrankung

Wadenkrämpfe können jedoch auch ein Symptom für ernstzunehmende Erkrankungen darstellen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Durchblutungsstörungen in Folge eines Venenleidens.
  • Infektions- und Stoffwechselerkrankungen.
  • Arteriosklerose.
  • Krankhafte Muskel- oder Nervenfaserveränderungen.
  • Hormonumstellung in der Schwangerschaft.
  • Gelenkerkrankungen.
  • Orthopädische Fehlstellungen (z.B. Senk-, Spreiz- oder Knickfuß, Kniearthrose, Wirbelsäulenerkrankungen oder auch Osteoporose).

Weiter können Muskelkrämpfe in der Wade auch als Nebenwirkung von bestimmten Medikamenten auftreten. Dazu zählen die Pille, Neuroleptika, Betablocker, Steroide sowie alle Arzneimittel zur Blutdrucksenkung und einige Diuretika und Laxantien.

Neben der Aufnahme von Magnesium ist das verschreibungspflichtige Alkaloid Chinin eine wirksame Hilfe zur Vorbeugung und Behandlung von Wadenkrämpfen. Chinin ist vor allem als Mittel gegen Malaria bekannt geworden, wird aber als Chininsulfat bereits seit 1939 zur Behandlung von Wadenkrämpfen eingesetzt.