Verhütung – Mehr als die Pille

Ring, Implantat und Hormonspirale

Seit Anfang 2003 sind Hormonpräparate in Form eines Kunststoffrings in Deutschland auf dem Markt. Der Ring wird in die Vagina eingeführt und gibt dort, wie die Kombi-Pille, Östrogen und Gestagen ab. Nach drei Wochen wird der Ring entfernt, eine Woche später wird ein neuer eingesetzt.

Die Hormone werden über die Schleimhaut der Vagina aufgenommen. Die Hormondosis ist niedriger als bei der Pille. Durch die kontinuierliche Freisetzung treten keine Hormonschwankungen auf.

Der Ring kann täglich für bis zu drei Stunden herausgenommen werden, ohne dass der Verhütungsschutz beeinträchtigt wird. Beim Geschlechtsverkehr kann der Ring in der Vagina bleiben.

Die Sicherheit gilt als hoch. Die Wirkung des Vaginalrings wird durch Erbrechen oder Durchfall nicht beeinflusst. Medikamente wie z.B. Antibiotika oder Johanniskraut können die Wirksamkeit jedoch beeinträchtigen.

Die Verhütung einer Schwangerschaft ist auch mit einem Hormonimplantat möglich, das rund vier cm lang und zwei mm dick ist. Es wird vom Frauenarzt unter die Haut des Oberarms gesetzt. Für drei Jahre lang besteht nun ein Schutz vor unerwünschten Schwangerschaften.

Das Implantat gibt durch seine poröse Oberfläche täglich ca. 40 mg Etonogestrel frei, ein Gestagen, das zweifachen Schutz bieten soll. Zum einen wird der Eisprung verhindert. Zum anderen wird die Gebärmutterschleimhaut durch das Hormon so verändert, dass sich ein befruchtetes Ei nicht einnisten kann.

Genauso sicher wie die Pille ist offenbar die Verhütung mit einer Hormonspirale. Diese Kombination aus Spirale und Pille wird in die Gebärmutter eingelegt und gibt winzige Mengen eines Gestagen-Hormons ab. Die empfängnisverhütende Wirkung hält fünf Jahre an.

Vorbild für die Entwicklung war die herkömmliche Spirale, die ebenfalls in die Gebärmutter eingesetzt wird. Das T-förmige Kunststoffteil gibt in kleinen Mengen Kupfer ab. Dadurch verringert es die Beweglichkeit der Spermien und verhindert die Einnistung eines Eis. Die Wirkung hält zwei bis fünf Jahre an.

Allerdings steigt bei Spiralen-Anwenderinnen das Risiko von Entzündungen und Eileiterschwangerschaften. Regelblutungen treten oft stärker ein und sind mit intensiven Schmerzen verbunden.

Eine weitere, relativ neue Möglichkeit der Verhütung ist das Antibaby-Pflaster, über das eisprungverhindernde Hormone in die Blutbahn abgegeben werden. Das Pflaster wird drei Wochen lang jeweils einmal pro Woche gewechselt. Dann folgt eine einwöchige Pause, in der die Blutung einsetzt.

Ebenfalls auf Hormone setzen Drei-Monats- oder Monatsspritzen. Die Drei-Monats-Spritze enthält ein lang wirkendes Gestagen. Der Eisprung wird gehemmt, zusätzlich wirken die Hormone auf die Gebärmutterschleimhaut und den Schleimpfropf im Gebärmutterhals.

Barrieremethoden

Das einzige Verhütungsmittel für den Mann ist das Kondom. Vorteilhaft ist besonders die Schutzwirkung des Kondoms vor Geschlechtskrankheiten und Aids. Allerdings bietet das Kondom nur eine mittlere Sicherheit, da vor allem Anwendungsfehler zu ungewollten Schwangerschaften führen können.

Eine Barriere aus Gummi bildet auch das Diaphragma oder Scheiden-Pessar. Es sieht aus wie ein gewölbtes Gummihäutchen und wird vor dem Verkehr vor die Gebärmutter gelegt. Um die Sicherheit zu erhöhen, sollte zusätzlich eine samenabtötende (spermizide) Creme benutzt werden.

Vorteilhaft bei allen Barrieremethoden ist, dass sie nur bei Bedarf angewendet werden müssen. Allerdings hängt die Sicherheit stark von der richtigen Anwendung und der Passgenauigkeit ab. Der Pearl-Index liegt bei 4 bis 7.

Des Weiteren gibt es chemische Mittel zur Verhütung, die jedoch nur eine geringe Sicherheit bieten. Sie wirken entweder als zäher Schleim oder Schaum zum Verschließen des Muttermundes oder die chemisch aktiven Substanzen töten in kurzer Zeit die Samenfäden ab.

Die Cremes, Tabletten, Schaumtabletten, Ovula, Schaum-Ovula und Zäpfchen benötigen einige Minuten, um sich aufzulösen. Sie müssen zumeist mindestens zehn Minuten vor dem sexuellen Kontakt in die Scheide eingeführt werden. Einige der Mittel führen zu einem Wärmegefühl in der Scheide oder am Penis.