Die Pille danach

Schnelligkeit ist angesagt

Hat ein Eisprung bereits stattgefunden, ist jede Pille danach, unabhängig von ihrem enthaltenen Wirkstoff, unwirksam. In den verfügbaren Dosierungen hemmen weder Levonorgestrel noch Ulipristal die Einnistung einer befruchteten Eizelle.

Wichtig ist auch, dass die beiden Notfallmedikamente so schnell wie möglich nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden sollten - Levonorgestrel ist bis zu 72 Stunden danach zugelassen, Ulipristal bis 120 Stunden (5 Tage).

Studien zeigen, dass durch Levonorgestrel bis zu 69 Prozent der Schwangerschaften nach einer Verhütungspanne, mit Ulipristal sogar bis zu 84 Prozent verhindert werden können.

Je weniger Zeit zwischen der Verhütungspanne und der Einnahme vergeht, desto größer ist die Chance, eine ungewollte Schwangerschaft zu verhüten. Deshalb sollten Frauen nach dem Erwerb der Pille danach diese möglichst sofort einnehmen.

Ist der Eisprung bereits erfolgt, kann die sogenannte Spirale danach vom Frauenarzt eingesetzt werden. Diese hemmt bis zu fünf Tage nach dem Geschlechtsverkehr sowohl die Empfängnis als auch die Einnistung der befruchteten Eizelle.

Mit einer Versagerquote von etwa einem Prozent gilt diese Kupferspirale als die effektivste Methode der postkoitalen Verhütung. Sie kann direkt im Anschluss bis zu fünf Jahre an Ort und Stelle verbleiben - und langfristig als Verhütungsmittel genutzt werden.

Wichtig für die Anwendung

Noch nicht endgültig ist geklärt, ob die Pille danach auch bei übergewichtigen Frauen wirksam ist. Es gibt Hinweise in Studien, dass Levonorgestrel ab einem Körpergewicht von 75 kg nicht mehr zuverlässig wirkt, bei 80 kg und mehr gar nicht.

Auch bei Ulipristal ist eine schlechtere Wirkung bei übergewichtigen Frauen ermittelt worden. Ab einem BMI von 35 wird deshalb vom Bundesverband der Frauenärzte die Spirale danach empfohlen.

Zu möglichen Wechselwirkungen kann es zwischen der Pille danach sowie einigen Medikamenten kommen, die beispielsweise das Leberenzym CYP3A4 beeinflussen. Auch HIV-Medikamente und Johanniskrautpräparate können in Wechselwirkung mit den Notfallverhütungsmitteln treten.

Nebenwirkungen sind bei der Einnahme der Pille danach ebenfalls möglich. Dazu zählen Übelkeit und Kopfschmerzen, die bei etwa einem Viertel der Patientinnen auftreten. Viele Anwenderinnen berichten zudem von Schwindelgefühlen, Bauchschmerzen, Müdigkeit, einem Spannungsgefühl in der Brust und Menstruationsstörungen.

Wichtig für die Anwenderinnen ist, dass es direkt nach der Einnahme der Pille danach nicht zu einer Abbruchblutung kommt. Die nächste Periodenblutung tritt in der Regel zum gewohnten Zeitpunkt ein, vielleicht bis zu einer Woche früher oder später.

Wenn die Verhütungspanne und die darauf folgende Einnahme der Pille danach auf einen Einnahmefehler der Antibabypille zurückgeht, so sollte diese weiterhin wie gewohnt eingenommen werden - zusätzlich sollte mit einem Kondom oder einem Diaphragma verhütet werden. Die Pille danach kann den Verhütungsschutz der regulären Pille beeinflussen.