Phytopharmaka: Medizin aus Pflanzen

Sicherheit und Qualität

Auch Phytopharmaka müssen – etwa im Gegensatz zu homöopathischen Präparaten – das normale Zulassungsverfahren für Arzneimittel durchlaufen. Dabei sind Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit nachzuweisen.

Nur standardisierte bzw. normierte Präparate erhalten eine Zulassung als pflanzliches Arzneimittel. Ein nach schulmedizinischen Kriterien zugelassenes Arzneimittel hat damit gegenüber selbst hergestellten Zubereitungen mehrere Vorteile:

  • Es enthält die wirksamen Substanzen in einer gleichbleibenden Menge.
  • Die Konzentration ist durch moderne Auszugsverfahren oft deutlich höher als in der Natur.

Dadurch sind diese Arzneien der modernen Phytomedizin sehr wirksam. Dafür steigt aber auch die Wahrscheinlichkeit unerwünschter Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Präparaten. Daher sollten Patienten, die pflanzliche Arzneien nehmen, dies immer ihrem Arzt mitteilen.

Eine Besonderheit von Phytopharmaka ist, dass durch die Vielzahl der enthaltenen Wirkstoffe die Wirkung nicht immer in eine Richtung geht, sondern von der Verfassung des Patienten abhängt. Manche Präparate können ein gestörtes Gleichgewicht normalisieren. So kann ein und dieselbe Arznei einen zu hohen Blutdruck senken oder einen zu niedrigen erhöhen.

Tee als spezielle Darreichungsform

Eine beliebte, weil einfache und preisgünstige Anwendung von Heilpflanzen sind Tees. Diese lassen sich gut bei leichten Gesundheitsstörungen einsetzen.

Sie enthalten die Pflanzenwirkstoffe allerdings nur in einer geringen Konzentration. Wenn die Beschwerden stärker sind, helfen sie nicht weiter. Dann sind hoch konzentrierte Präparate erforderlich, um das Problem gezielt zu bekämpfen.

Auch wenn man hier und da Tipps lesen kann, wie man Heilkräuter für einen Tee selbst sammelt, ist dies nicht unproblematisch:

  • Wild wachsende Pflanzen enthalten die wirksamen Substanzen in einer völlig unbekannten Konzentration. Der selbst gebraute Tee kann also unterdosiert (d.h. unwirksam) oder überdosiert (eventuelle Nebenwirkungen) sein.
  • Die Pflanzen sind möglicherweise mit Umweltgiften belastet.

Diese Probleme werden bei einem kontrollierten Anbau im Auftrag eines Arzneimittelherstellers vermieden. Man tut also gut daran, Arzneitee von kontrollierter Qualität in der Apotheke zu erwerben.

Außerdem kann man dann den Apotheker nach der richtigen Zubereitung des Heiltees fragen. Denn manche Heilpflanzen müssen länger, manche kürzer ziehen, einige werden mit kochendem Wasser übergossen, einige in kaltes Wasser gegeben – dies ist für die Wirkung sehr wichtig.