Wenn der Mund immer trocken ist

Mögliche Ursachen

Bei einem trockenen Mund denkt man zuerst an Flüssigkeitsmangel, d.h. der Betroffene trinkt zu wenig. Doch das ist längst nicht immer der Grund.

  • Die Speicheldrüsen können erkranken oder zerstört werden, letzteres z.B. durch eine Chemo- oder eine Strahlentherapie.
  • Im Zuge mancher Krankheiten kann der Mund trocken werden. Dazu zählen z.B. Diabetes (erhöhte Wasserausscheidung), Bluthochdruck, Parkinson, Mumps oder manche rheumatische Erkrankungen wie das Sjörgen-Syndrom.
  • Rauchen und zu viel Alkohol sowie der Konsum von Drogen (Cannabis oder andere berauschende Pflanzen, Opiate, Extasy) machen den Mund ebenfalls trocken.

Am häufigsten jedoch tritt die Mundtrockenheit, medizinisch Xerostomie, als Nebenwirkung von Medikamenten auf. So kann es z.B. bei diesen Arzneien zu Mundtrockenheit kommen:

  • Antihistaminika und Asthma-Mittel
  • Medikamente gegen Sodbrennen oder Durchfall
  • Manche Arzneien zur Senkung des Blutdrucks, des Augeninnendrucks oder der Blutfette
  • Manche Schmerzmittel, z.B. mit Ibuprofen, Naproxen, Morphinen oder Tramadol
  • Triptane gegen Migräne
  • Parkinson-Mittel
  • Neuroleptika und Antiepileptika
  • Synthetische Antidepressiva und verwandte Stoffe, z.B. zur Raucherentwöhnung oder zur Gewichtsreduktion
  • Krampflösende und muskelentspannende Arzneien

Ein Blick auf den Beipackzettel hilft, mögliche Gefahren für die Mundgesundheit zu erkennen - damit man rechtzeitig gegensteuern kann. Gegebenenfalls gibt es Alternativ-Präparate.

Hilfe ist möglich

Wer von Mundtrockenheit betroffen ist, sollte es erst einmal mit einfachen Maßnahmen versuchen. Die erste Regel lautet natürlich: genug trinken, d.h. mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit am Tag.

Besonders Senioren vergessen häufig das Trinken. Gleichzeitig müssen sie oft Medikamente nehmen, die den Mund trocken machen. Hier hilft es, entsprechende Flüssigkeit bereitzustellen, die über den Tag verteilt in kleinen Portionen getrunken wird.

Tees mit entwässernder (z.B. aus Birkenblättern oder Brennnessel) oder austrocknender (z.B. Kamille) Wirkung sind generell zu meiden. Besser sind stille fluoridhaltige Mineralwässer, stark verdünnte Fruchtsäfte, Früchtetee - möglichst nichts Gezuckertes oder Saures.

Außerdem: regelmäßig den Mund spülen. Schwarzer oder Grüner Tee eignen sich gut, weil sie Fluorid liefern. Ebenfalls geeignet: Lösungen mit Salz oder pflegendem Dexpanthenol.

Lutschen und Kauen von zuckerfreien (!) Bonbons, Pastillen oder Kaugummis, am besten mit Zitrus-Geschmack. Der Süßstoff Xylit hemmt Kariesbakterien. Ebenfalls geeignet: Eiswürfel aus Fruchtsaft oder Tonic, Kerne von Oliven oder Kirschen.

Auch das Anfeuchten der Raumluft hilft. Zitrusduft aus der Duftlampe kann die Speicheldrüsen stimulieren. Nicht vergessen: regelmäßige Lippenpflege.

In der Apotheke können Sie neben geeigneten Lutschpastillen und Tees auch spezielle Produkte zur Befeuchtung der Mundschleimhaut erhalten, z.B. in Form von Gel, Lösungen oder Tabletten. Lassen Sie sich beraten.