Störendes Zähneknirschen

Mechanische Auslöser

Eine ganz andere Möglichkeit für das Zähneknirschen sind zu hohe Füllungen oder Kronen, unbrauchbarer Zahnersatz oder Zahnfehlstellungen. Auch fehlende Zähne - besonders im Bereich der Seitenzahnreihen - können als Grund in Frage kommen. In solchen Fällen neigen die Zähne, die die Lücke begrenzen, dazu, ihre Stellung durch Kippung oder Zahnwanderung zu verändern.

All diesen möglichen Ursachen ist gemein, dass sie das komplizierte Zusammenspiel zwischen Ober- und Unterkieferzähnen stören. Es entstehen Früh- oder Fehlkontakte, die oftmals kaum bewusst wahrgenommen werden. In der Nacht wird dann unbewusst während des Schlafens versucht, diese Fehlkontakte wegzuknirschen. Das führt dann zumeist zu Schmerzen an den betroffenen Zähnen oder an den entsprechenden Gegenstücken.

Eine verbreitete, aber oft unbeachtete Ursache ist die gekrümmte Haltung vieler Menschen z.B. vor dem PC, die zu Verspannungen im Kopf-, Nacken- und Rückenbereich führt. Wer seinen Kopf nach vorn beugt, spannt oft die Kaumuskulatur automatisch mit an. Diese Verkrampfung legen die Muskeln häufig auch nachts nicht mehr ab - und es kommt zum Zähneknirschen.

Darüber hinaus scheint es eine gewisse Veranlagung für das Knirschen zu geben. Wissenschaftler vermuten, dass eine Überaktivität im Gehirn die natürlichen Kieferbewegungen im Schlaf verstärkt.

Abhilfe ist möglich

Die beste Hilfe für die Nacht bietet eine spezielle Aufbissschiene, die vom Zahnarzt angepasst wird. Dabei handelt es sich um ein halbrundes, durchsichtiges Kunststoffteil, das sich der Betroffene über die Zähne stülpt. Die Schiene wird über Nacht wie eine Schutzkappe auf die Zähne aufgesetzt. Wird nun weiterhin geknirscht, kommt es zu keinen Abnutzungen der Zähne. Durch die besondere Machart der Schiene werden zudem die Kaumuskeln und das Kiefergelenk geschont.

Daneben helfen gymnastische Übungen, Wärmebehandlungen oder Massagen dabei, die Kaumuskulatur zu entspannen. In einigen Fällen kann es sich auch als sinnvoll erweisen, die Knirscherschiene tagsüber zu tragen.

Zum Abspannen vor dem Schlafengehen kann es hilfreich sein, sich Zeit zu nehmen, um einen Moment ruhig zu sitzen und den Tag Revue passieren zu lassen. Wohltuend sind auch ein Abendspaziergang oder ein beruhigendes, warmes Bad. Je entspannter und ruhiger man zu Bett geht, desto mehr Chancen hat man, ohne Zähneknirschen bis zum Morgen durchzuschlafen.