Störendes Zähneknirschen

Vielfältige Folgen

Mediziner nennen das nächtliche Zähneknirschen Bruxismus. Das Wort lässt die gewaltigen Kräfte erahnen, die auf das Gebiss einwirken, wenn die Zähne unbewusst aufeinander reiben. Bis zu 200 Kilogramm kann der Druck beim Knirschen auf die Kiefer betragen.

Betroffen sind rund 10 Prozent der Deutschen. Einige Schätzungen gehen sogar davon aus, dass etwa 30 Prozent unter nächtlichem Zähneknirschen leiden.

Dabei bewegt fast jeder Mensch seinen Kiefer leicht im Schlaf. Schlimm wird es erst, wenn aus den leichten, eher zufälligen Zahnberührungen ein festes Knirschen wird. Zu den Folgen gehören abgeschliffene Kauflächen, Risse im Zahnschmelz, überempfindliche Zahnhälse und lockere Zähne.

Dazu können Schmerzen im Kiefergelenk, Muskelverspannungen sowie Kopf- und Nackenschmerzen, bis hin zu Migräne und chronischen Rückenschmerzen kommen.

Erkannt wird das Problem zumeist beim Zahnarzt, der die abgeschliffenen Zähne begutachtet. Oder aber der genervte Partner macht darauf aufmerksam, weil ihm das Geräusch der aufeinander reibenden Zähne den Schlaf raubt.

Quelle: bilderbox.comStressbewältigung im Schlaf

Geknirscht wird fast nur nachts - wenn das Unterbewusstsein die Regie über den Körper übernommen hat. Als Ursache Nummer eins gilt Stress - bzw. die Bewältigung von Problemen in der Nacht. Die Zähne werden wortwörtlich zum Zermalmen der ungelösten Konflikte, unterdrückten Aggressionen und innerer Anspannung genommen.

Dabei kann es bei exzessivem Knirschen schon zu drei bis vier Stunden Zahnkontakt pro Nacht kommen. Normal hingegen sind etwa 20 Minuten täglich - denn Kontakt haben die Zähne eigentlich nur beim Abbeißen oder Schlucken. In entspannter Haltung liegen die Zähne normalerweise nicht aufeinander.

Als Abhilfe empfehlen sich Entspannungsübungen, wie z.B. Yoga, Autogenes Training oder die Muskelrelaxation nach Jacobsen. Auch Massagen für Schulter, Nacken und Wirbelsäule können hilfreich sein.

In extremeren Fällen kann dem Stress allerdings nur mit professioneller Hilfe begegnet werden. Starke Knirscher sollten beispielsweise einen Physiotherapeuten mit Erfahrung im Mund- und Gesichtsbereich aufsuchen - oder Hilfe bei einem Psychotherapeuten in Anspruch nehmen.