Rheuma hat viele Gesichter

Degenerativer Rheumatismus

Das degenerative Rheuma wird auch als Arthrose bezeichnet. Es entsteht durch eine einseitige Belastung einzelner Gelenke. Dadurch wird Knorpelgewebe verschlissen und oftmals auch abgebaut. Zum Bereich des degenerativen Rheumatismus zählen auch Schäden an den Bandscheiben und den Wirbelkörpern.

Die Abnutzung der Gelenke kann durch Überbelastung (z.B. durch Übergewicht), eine falsche Haltung, aber auch durch angeborene Fehlstellungen des Gelenks (z.B. der Hüfte) bewirkt werden.

Häufig sind bei dieser rheumatischen Form nur wenige Gelenke oder nur eines betroffen. Arthrosen sind also keine systemischen Krankheiten des ganzen Körpers. Sie sind damit weniger bedrohlich als entzündliche rheumatische Erkrankungen.

Trotzdem können die Schmerzen, z.B. in einem abgenutzten Kniegelenk, unerträglich sein und jeden Schritt zur Qual werden lassen.

Weichteilrheumatismus

Beim Weichteilrheumatismus sind nicht die Gelenke, sondern die umliegenden Muskeln, Sehnen, Sehnenansätze, Nerven und das Unterhaut-Bindegewebe betroffen. Auch hier führt eine chronische Überlastung einzelner Bereiche zu starken Verkrampfungen und Verspannungen.

Ausgelöst werden diese rheumatischen Erkrankungen, deren Erscheinungsbilder sehr vielfältig sind, auch durch einen kalten Luftzug bei falscher Bewegung und/oder bei örtlichen Abkühlungen.

Die meisten der Erkrankungen, die unter Weichteilrheumatismus zusammengefasst sind, sind nicht bedrohlich oder langfristig gesundheitsgefährdend. Sie sind allerdings oftmals sehr schmerzvoll.

Zu diesen Erkrankungen gehört auch die Fibromyalgie. Betroffene leiden unter einem „Muskelfaserschmerz“. Sie sind leicht erschöpft und müde, haben Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates und zeigen eine Morgensteifigkeit der Gelenke. Betroffen sind vor allem Frauen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.

Ebenfalls zum Bereich Weichteilrheumatismus zählen Sehnenscheidenentzündungen und der sogenannte Tennisarm. Beide Erkrankungen werden durch eine einseitige Dauerbelastung von Gelenken verursacht.

So werden die Sehnen beispielsweise durch Computerarbeit oder Bestückungsarbeiten am Fließband ebenso strapaziert wie bei Leistungs- oder Freizeitsport. Die Entzündungen machen sich durch Schwellung und Schmerzen beim Bewegen des Gelenkes bemerkbar.

Bei den Krankheiten, die zum Bereich Stoffwechsel-Rheuma gehören, spielen Entzündungen und Abnutzungserscheinungen keine Rolle. Die bekannteste Erkrankung ist die Gicht, bei der sich im Körper zu viel Harnsäure ansammelt, die sich in Form von kleinen Kristallen in den Gelenken ablagert.