Rachitis tritt vorwiegend im Kindesalter auf

Was ist Rachitis?

Rachitis ist eine Störung der Knochenentwicklung, die zu Entwicklungsstörungen und Knochenerweichungen führen kann. Dies kann zu deutlich sichtbaren Symptomen wie Knochenfehlstellungen oder Beinverkrümmungen führen. Erste Anzeichen zeigen sich im Alter von zwei bis drei Monaten. Die Babys sind besonders schreckhaft oder unruhig und schwitzen sehr stark am Hinterkopf.

Ab ungefähr dem vierten Lebensmonat entwickeln die betroffenen Kinder einen sogenannten Froschbauch. Dies ist ein im unteren Bereich weit gestellter Brustkorb, welcher in Verbindung mit mangelnder Bauchmuskulatur auftritt. Die Betroffenen leiden unter Verstopfung und in dieser Zeit treten erste Knochenerweichungen am Schädel auf.

Verformungen an der Wirbelsäule, wie zum Beispiel Skoliose, gehören ebenfalls zu dem Krankheitsbild einer Rachitis. Zudem kommt es zu einer Übererregbarkeit der Muskulatur bis hin zu Muskelkrämpfen. Der Schädel flacht zunehmend ab und durch die Erweiterung der Knochennähte entsteht innerhalb eines weiteren Monats ein Schädel mit quadratischer Form.

Auch die Hand- und Fußgelenke verbreitern sich zunehmend. An den Wachstumsfugen der Rippen des Brustkorbs treten perlschnurartige Auftreibungen auf, die wegen ihres Aussehens auch als Rosenkranz bezeichnet werden. Der Durchbruch der ersten Zähne erfolgt im Durchschnitt später und weist Defekte im Zahnschmelz auf. Des Weiteren treten Beinverkrümmungen auf.

Bei einer neu erworbenen Rachitis im Erwachsenenalter, die als Osteomalazie bezeichnet wird, treten keine typischen Knochenverformungen auf. Hier finden sich eher dumpfe Knochenschmerzen und häufigere Brüche der Knochen. Dazu kommt noch eine pathologische Veränderung in den Konzentrationen von Phosphat und Kalzium. Diese veränderten Werte treten häufig am Ende eines Winters auf.

Ursachen der Rachitis

Die Rachitis geht auf eine Störung im Kalzium-Phosphat-Stoffwechsel zurück und auf die damit verbundene hormonelle Gegenregulation. Ausgelöst wird diese Störung durch einen Mangel an Vitamin D. Dies kann entweder auf eine erblich bedingte Vitamin D-Stoffwechselstörung, eine erhöhte Phosphatausschüttung oder eine Ernährung mit vorzugsweise kalziumarmer Kost zurückzuführen sein.

Das Gleichgewicht zwischen Kalzium und Phosphat im Körper wird durch Vitamin D und den Hormonen Parathormon und Calcitonin reguliert. Die Konzentration von Kalzium und Phosphat ist eng miteinander verknüpft und muss genau eingehalten werden.