Kinderkrankheiten: kein Kinderkram

Die Krankheiten

Die folgenden Erkrankungen werden fast alle durch Viren übertragen. Einzige Ausnahmen sind Scharlach und Keuchhusten, beides Bakterieninfektionen.

Wer mit dem Masern-Virus in Berührung kommt und nicht immun ist, wird auf jeden Fall innerhalb von acht bis 14 Tagen krank. Die Erkrankung schwächt das Immunsystem.

Die Viren, die Mumps (Ziegenpeter) auslösen, befallen in der Regel die Speicheldrüsen. Sie können jedoch auch auf andere Drüsen (darunter auch die Keimdrüsen) übergreifen.

Röteln verlaufen meist harmlos – mit einer Ausnahme: Eine Erkrankung in den ersten vier Monaten der Schwangerschaft kann zu schweren Missbildungen des Kindes führen.

Windpocken sind ebenfalls gefährlich in der Schwangerschaft. Wer sie einmal hatte, kann zudem später Gürtelrose bekommen, weil die Viren in den Nervenbahnen überleben können. Der Virus kann über den Wind meterweit verbreitet werden (deshalb der Name).

Scharlach erkennt man an der erst weißen, dann himbeerroten Zunge. Er wird mit Antibiotika behandelt.

Krupphusten äußert sich in bellendem Husten mit Atemnot. Keuchhusten (Pertussis) ist an Anfällen mit Atemnot und kurzen, schnellen Hustenstößen zu erkennen.

Die Gefahren

Kinderkrankheiten muss man als Kind einmal gehabt haben, denken viele. Dahinter steckt ein richtiger Gedanke – und ein schwerer Irrtum!

Der richtige Gedanke: Die sogenannten Kinderkrankheiten verlaufen bei Erwachsenen häufig schwerer als bei Kindern. Es kommt bei Erwachsenen auch häufiger zu gefährlichen Komplikationen. Richtig ist auch: Kinderkrankheiten, die durch Viren ausgelöst werden (Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Keuchhusten), bekommt man in aller Regel nur einmal im Leben – danach ist man immun.

Der Irrtum: Man braucht die Erkrankung, um diesen lebenslangen Schutz herzustellen. Tatsache ist jedoch: Eine Impfung, die es gegen die meisten Kinderkrankheiten gibt, ist genauso wirksam. Ihr Vorteil: Die Krankheit bricht gar nicht erst aus, kann also auch keine Komplikationen verursachen.

Und die möglichen Komplikationen sind nicht ohne. Dies sind seltene, aber mögliche Folgen der "Kinderkrankheiten":

  • Masern: Hirnentzündung, die zu bleibenden Schäden oder gar zum Tod führen kann.
  • Mumps: Unfruchtbarkeit bei Männern; Hirnentzündung.
  • Windpocken: tödlicher Verlauf bei immungeschwächten Patienten.
  • Keuchhusten: tödlicher Verlauf bei Säuglingen, Hirnschäden durch Sauerstoffmangel während der Hustenanfälle.