So senken Sie Ihr Cholesterin

Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die in allen tierischen und menschlichen Zellen vorkommt. Es hat eine wichtige Funktion im Stoffwechsel. Aber ein Zuviel davon im Blut kann zu lebensbedrohlichen Erkrankungen führen.

Der Cholesterinwert

Der größte Teil des im Blut vorkommenden Cholesterins wird in der Leber gebildet. Dort wird es entweder auch gespeichert oder bei Bedarf durch das Blut zu den Zielorganen transportiert.

Das fettartige Cholesterin kann in der wässrigen Blutflüssigkeit aber nur transportiert werden, wenn es an eiweißartige Trägersubstanzen gebunden ist, die sogenannten Lipoproteine. Diese sind je nach ihrer Aufgabe unterschiedlich aufgebaut.

Zum einen ist dies ein Lipoprotein mit einer geringen Dichte (LDL, low-density-lipoprotein), das das Cholesterin zu den Gewebezellen transportiert und dort ablagert. Zum anderen ein Lipoprotein mit einer hohen Dichte (HDL, high-density-lipoprotein), welches das Cholesterin bindet und aus den Gewebezellen in die Leber transportiert, wo es mit Hilfe der Gallensäure über den Verdauungstrakt ausgeschieden wird.

Wichtig ist dabei ein bestimmtes Verhältnis zwischen LDL- und HDL-Cholesterin. Während der Gesamtcholesterinwert unter 200 mg/dl liegen sollte, sollte der Wert für das HDL über 35 mg/dl, der Wert für das LDL unter 155 mg/dl liegen.

Cholesterin bedroht Herz und Hirn

Ein LDL-Cholesterinwert, der längere Zeit über 155 mg/dl liegt, kann dazu führen, dass das Cholesterin nicht mehr in den Zellen abgelagert wird, sondern im Blut zirkuliert. Oder aber es wird in den Arterienwänden abgelagert.

Die Gefäßwände können auf diese Weise verkalken. In Folge davon kann die gefürchtete Arteriosklerose auftreten, die sich jahrelang unbemerkt entwickeln kann.

Werden diese Ablagerungen im Verlauf der Zeit immer umfangreicher, können sie schlimmstenfalls die Arterie ganz verschließen. Die Cholesterinablagerungen können aber auch die Gefäßwand verletzen, sodass Blutgerinnsel entstehen, die abgerissen werden können und in kleineren Blutgefäßen hängen bleiben.

In Folge dieser Blutgefäßblockaden können die nachfolgenden Gewebe und Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Die Organe sterben ab.

Geschieht dies in einem Gefäß, das zum Gehirn führt, kommt es zu einem Schlaganfall. Bei einem Gefäß, das zum Herzen führt, kommt es zu einem Herzinfarkt.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

Damit es erst gar nicht dazu kommt, können Sie meist alleine durch die Umstellung der Ernährung eine Senkung des Cholesterinspiegels, vor allem des LDL-Cholesterins, erreichen.

Ganz wichtig ist es zuallererst, die täglich aufzunehmende Cholesterinmenge von 300 mg nicht zu überschreiten. Dafür gibt es in der Apotheke Tabellen, die die Cholesterinmengen in verschiedenen Lebensmitteln auflisten.

Reduzieren Sie die täglich aufgenommene Fettmenge und tauschen Sie tierische Fette gegen pflanzliche Fette aus. Diese enthalten kein Cholesterin.

Essen Sie mehr Vollkornbrot, Teigwaren, Reis und Kartoffeln. Diese enthalten Ballaststoffe, die die Aufnahme von Cholesterin durch den Darm hemmen. Gleichzeitig wird die Verdauung gefördert und damit die Ausscheidung des Cholesterins beschleunigt.

Reich an löslichen Ballaststoffen sind auch Äpfel, Birnen, Hafer und Bohnen, die zur Senkung des LDL-Cholesterins beitragen. Gleichzeitig können sie auch das gute HDL-Cholesterin erhöhen.

Essen Sie viel rohes Obst und frisches Gemüse. Trinken Sie mindestens zwei Liter Flüssigkeit am Tag und bevorzugen Sie dabei Mineralwasser, Gemüsesäfte oder ungesüßte Früchtetees.

Das kann helfen

Essen Sie weniger Nahrungsmittel, die gesättigte Fettsäuren enthalten. Dazu gehören Butter, Sahne, Käse und fettes Fleisch. Eier sollten Sie nur ab und zu essen. Wenig gesättigte Fettsäuren enthalten z.B. mageres Fleisch, Geflügel, Nüsse und Hülsenfrüchte, die dafür aber viel Eiweiß liefern.

Legen Sie zweimal die Woche eine Fischmahlzeit ein. Geeignet sind dafür fettreiche Meeresfische, wie Makrele, Hering, Lachs und Thunfisch, da das enthaltene Fett reich an ungesättigten Omega-3-Fettsäuren ist. Von diesen ist bekannt, dass sie den LDL-Cholesterinspiegel senken.

Trinken Sie täglich ein Glas Tomatensaft. Die darin enthaltenen Carotinoide beeinflussen den Cholesterinwert positiv. Der Saft ist dabei wirkungsvoller als die ganze Frucht.

Günstig wirkt sich auch der Verzehr von frischem Knoblauch aus. Empfohlen werden täglich zwei Zehen. Wer dies nicht mag oder kann, für den gibt es in der Apotheke geruchsfreie Kapseln, deren Wirkung allerdings erst nach längerer Einnahme einsetzt.

Individuell abgestimmt wird eine medikamentöse Therapie. Dabei bringen Kombinationen aus Mitteln, die die körpereigene Cholesterinsynthese bremsen, mit Mitteln, die die Aufnahme des Cholesterins aus dem Darm hemmen, die besten Effekte. Am wirksamsten senken sogenannte CSE-Hemmer, auch Statine genannt, den Cholesterinspiegel. Statine sind allerdings nicht unumstritten, da sie Nebenwirkungen haben können.