Krampfadern: mehr als ein kosmetisches Problem

In Deutschland leidet jede zweite Frau und jeder vierte Mann an Krampfadern. Und dennoch werden sie immer noch unterschätzt. Sie können zu schweren Erkrankungen wie Thrombosen, Entzündungen und Geschwüren führen.

Zur Entstehung von Krampfadern

Krampfadern (Varikosen) sind Erweiterungen der oberflächlich gelegenen Hautvenen, die außerhalb der Muskel-Venen-Pumpe liegen. Die Bereitschaft zur Entwicklung von Krampfadern ist meistens angeboren.

Sie sehen oft geschlängelt aus und dieses Aussehen hat zu dem Namen Krampfadern geführt, der nicht von Krampf kommt, sondern der Name ist aus dem Altdeutschen chrampo abgeleitet und bedeutet so viel wie krumm oder gekrümmt.

Krampfadern beruhen auf krankhaften Veränderungen der sogenannten großen und kleinen Rosenvene, die in der Regel von einer Schließunfähigkeit der Venen-Mündungsklappen in der Leistengegend ausgehen. Die oberflächlichen Venen sind mit den großen, tief gelegenen Venen durch Zwischenvenen, den sogenannten Perforantes-Venen, verbunden.

Bei Störungen des venösen Rückstroms erkranken diese Venen häufig als erste. Sie werden überdehnt und die Klappen können nicht mehr richtig schließen. Das Blut fließt dann oft in entgegengesetzte Richtung.

Damit ist aber eine Stauung der Rosenvene vorgegeben, es kommt zur Ausbeulung der Venenwände und schließlich zur typischen Schlängelung. Krampfadern vergehen, nachdem sie sich einmal gebildet haben, niemals mehr von alleine. Hier hilft nur eine chirurgische Behandlung.

Venenerkrankungen werden in der Regel vom Hausarzt oder verschiedenen Fachärzten, zum Beispiel Hautärzten, Internisten und Chirurgen behandelt. Das Gebiet der Venenerkrankungen ist sehr umfangreich. Darauf spezialisierte Ärzte tragen die Zusatzbezeichnung "Arzt für Phlebologie".

Die Behandlung von Krampfadern

Je nach Art und Schwere der Venenerkrankung sind Kompressionsbehandlung, Medikamente oder chirurgische Eingriffe sinnvoll. Für die medikamentöse Behandlung stehen Salben und innerlich einzunehmende Medikamente zur Verfügung.

Venensalben wirken nur im oberflächlichen Bereich über indirekte Effekte, wie zum Beispiel Massage und Kühlung. Sie lindern akute Beschwerden, können aber meist nicht in das Krankheitsgeschehen eingreifen. Deswegen können sie auch nicht vorbeugend angewendet werden. Venensalben sind jedoch hilfreich bei oberflächlichen Venenentzündungen.

Wirkungsvoller ist die innerliche Behandlung, da das tiefe Venensystem betroffen ist. Venenmittel schützen vor dem Wasseraustritt ins Gewebe, dichten die Venenwände ab und fördern die Durchblutung. Die typischen Beschwerden wie Kribbeln, Spannungsgefühl und Schmerzen lassen nach. Die Mittel müssen regelmäßig verwendet werden, um einen Effekt zu erreichen.

So kann z.B. ein Extrakt aus Rosskastaniensamen die Venenwände von innen abdichten, wodurch Wasseransammlungen im Gewebe abgebaut werden und somit auch die damit verbundenen Venenbeschwerden zurückgehen. Rosskastanienextrakte gibt es als Fertigpräparate zum Einnehmen und zum Einreiben.

Auch Extrakte aus rotem Weinlaub sind gut für die Venen. Sie helfen dabei, schwache Venen abzudichten, schützen vor Beinödemen und reduzieren Stauungssymptome.

Hilfreiche Kompression

Kompressionsverbände, also Wickel mit elastischen Binden und/oder Kompressionsstrümpfe, gehören zu den wirkungsvollsten Behandlungsmaßnahmen bei Venenerkrankungen.

Der durch die Kompression erzielte Druck auf die oberflächlichen Venen erzwingt den Blutabfluss in die tiefer gelegenen Beinvenen, verhindert den Blutstau in den oberflächlichen Venen und damit eine Schwellung des Beins.

Noch wirkungsvoller als die Kompressionsstrümpfe ist ein Kompressionsverband. Dieser Verband ist schnell und einfach anzulegen, wenn die spezielle Wickeltechnik einmal erlernt ist.

Wenn die Schwellung abgeklungen ist, kann auf die komfortablere Behandlung mit Venenstrümpfen umgestellt werden. Ebenso wie der Kompressionsverband werden Venenstrümpfe nach dem Aufstehen angezogen.

Operative Methoden

Bei der Verödung werden funktionsgestörte Venen stillgelegt. Das Verödungsmittel wird in oberflächliche Venen eingespritzt und es kommt zu einer Verklebung der Venenwände.

Bei schwerer Krampfaderbildung ist eine Verödung nicht mehr möglich. Beim Venen-Stripping wird ein Katheder in die betroffene Vene eingeführt und durchgezogen. Dabei wird die ganze Vene entfernt. Eine rechtzeitige Operation ist für einen dauerhaften Erfolg entscheidend.