Haarausfall, und die Seele leidet

Und plötzlich fallen die Haare aus

Nach der Definition der Mediziner liegt ein echter Haarausfall dann vor, wenn über einen längeren Zeitraum mehr als 100 Haare täglich verloren gehen, weil dann die Zahl der natürlich ausfallenden Haare größer ist als die der nachwachsenden.

Von Haarausfall sind viele Menschen auch schon in jüngeren und mittleren Jahren betroffen. Etwa die Hälfte aller Männer leidet unter einer genetisch bedingten Form des Haarausfalls. Jeder dritte Mann ist bereits vor dem 30. Lebensjahr davon betroffen.

Die häufigste Ursache bei Frauen ist ein Östrogenmangel. Dieses Hormon erfüllt eine wichtige Aufgabe bei der Haarbildung. Es verlängert die Wachstumsphase, sodass das Haar besonders voll wird.

So bewirkt etwa der Anstieg des Hormons während der Schwangerschaft, dass die Haardichte vorübergehend zunimmt. Liegt ein Östrogenmangel vor, zum Beispiel in den Wechseljahren, wird die Wachstumsphase verkürzt, und es werden insgesamt weniger Haare gebildet.

Die häufigste Form des Haarausfalls, der kreisrunde Haarausfall, ist zugleich die mit der besten Heilungschance. Bei 90 Prozent aller Betroffenen kommt es binnen drei bis sechs Monaten zur vollständigen Abheilung.

Es wird vermutet, dass in diesen Fällen eine vorübergehende Autoimmunreaktion zugrunde liegt. Bei den restlichen zehn Prozent muss nach der Ursache, zum Beispiel einer Organfunktionsstörung oder Infektion, geforscht werden.

Beim erblichen Haarausfall zieht sich der Haarsaum immer mehr zurück und es bildet sich die typische Glatze. Hierbei verkümmern die Haarwurzeln durch eine Reaktion mit einem Stoffwechselprodukt von Testosteron.

Beim generalisierten Haarausfall fällt das Haar büschelweise aus. Ursache dafür ist ein gestörter Wachstumsrhythmus des Haares. Bei dem lokalisierten Haarausfall ist die Ursache eine Schädigung der Haut, zum Beispiel ein Pilzbefall, wodurch keine Haare mehr nachwachsen.

Pflege der Haare

Neben erblicher Veranlagung und Störungen des Hormonhaushalts kann Haarausfall noch weitere Ursachen haben. Einseitige Ernährung oder übertriebene Diäten können den Haarstoffwechsel negativ beeinflussen. Ein Mangel an Zink, Selen und Eisen lässt die Haare ausfallen. Dieses Defizit kann durch entsprechende Präparate behoben werden.

So kann z.B. Biotin (auch Vitamin H genannt) das Haar von innen nähren. Dies hilft vor allem bei diffusem Haarausfall. Silizium wiederum trägt im Haar zur Vernetzung der Kerantinstränge bei und kräftigt es so.

Eine Anregung des Haarwachstums und eine Verbesserung der Haarqualität versprechen Kombinationen aus Vitamin B1, Calciumpanthothenat, der Aminosäure Cystin, Keratin und Medizinalhefe sowie Hirseextrakt vereint mit wiederum Calciumpanthothenat und Cystin. Zudem können die Wirkstoffe Alfatradiol sowie Aminexil und Minoxidil bei Haarverlusten hilfreich sein.

Zu fest gebundene Haare beschädigen es und rupfen es aus. Wiederholtes Färben der Haare oder Dauerwellen können die Haare so stark angreifen, dass sie ausgehen. Bei Haarausfall besser darauf verzichten oder die Abstände zwischen den Friseurbesuchen vergrößern. Heißes Fönen schädigt ebenfalls die Haarstruktur, dies kann Wachstumsstörungen zur Folge haben.

Die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, zum Beispiel gegen Bluthochdruck oder Diabetes, kann ebenfalls zu Haarausfall führen. Hier hilft häufig ein Wechsel zu einem Präparat mit einem anderen Wirkstoff.

Eine Schilddrüsenfehlfunktion kann überdies ein Grund sein. Sind andere Ursachen ausgeschlossen, sollte die Schilddrüse deshalb untersucht werden. Nicht zuletzt können auch Stress und seelische Konflikte so belastend sein, dass die Haare ausfallen.

Haarausfall kann auch die Folge vom Gebrauch scharfkantiger Bürsten sein, die die Kopfhaut verletzen und die Haarwurzel schädigen. Milde Shampoos, zum Beispiel für Babys, reizen die Kopfhaut nicht. Pflegeshampoos mit Koffein kräftigen die Haarwurzeln extra. Die Haare mit lauwarmem Wasser spülen und sanft trocknen, dabei nicht die Haare rubbeln.