Antioxidative Vitamine

Schutzmechanismen und Vitamine

Der menschliche Organismus muss sich ständig mit freien Radikalen auseinandersetzen, die innerhalb oder außerhalb seines Körpers entstehen. Daher verfügt er über eine Vielzahl von Abwehrmechanismen.

Hierzu zählen z.B. die Enzyme Superoxiddismutase, Katalase und Glutathionperoxidase sowie Glutathion und Harnsäure.

Aber auch die Vitamine C und E sowie das Beta-Karotin (Provitamin A) erfüllen diese Funktionen. Sie sind ebenfalls in der Lage, freie Radikale unschädlich zu machen.

Es gibt viele Hinweise darauf, dass nicht nur das Beta-Karotin, sondern auch andere Pflanzenfarbstoffe aus der Gruppe der Karotinoide als Abwehrsystem gegen freie Radikale wirken. Flavonoiden, Polyphenolen und anderen Substanzen in der Nahrung (den so genannten sekundären Pflanzenstoffen) wird die gleiche Wirkung zugeschrieben.

Die Chemiker bezeichnen die Reaktion, die von den freien Radikalen im Körper ausgelöst wird, als Oxidation. Dementsprechend werden Stoffe, die solchen Schäden entgegenwirken, als Antioxidantien bezeichnet: Substanzen, die eine Oxidation verhindern.

Antioxidantien und Gesundheit

Viele wissenschaftliche Studien konnten belegen, dass der reichliche Verzehr von Obst und Gemüse – d.h. eine hohe Karotin- und Vitamin-C-Aufnahme – mit niedrigen Raten an Tumoren einhergeht. Darauf wird die Annahme gestützt, dass antioxidative Vitamine einen vorbeugenden Effekt haben.

Daher fordern viele Wissenschaftler, die Zufuhrempfehlungen für diese Vitamine zu erhöhen, um Krankheiten vorzubeugen. Nach derzeitigem Wissensstand wird ein vorbeugender Vitamin-Spiegel im Blut bei folgender täglicher Zufuhr erreicht:

  • Vitamin C: ca. 75 – 150 mg
  • Vitamin E: ca. 15 – 30 mg
  • Beta-Karotin: ca. 2 – 4 mg.

Dies gilt für gesunde Erwachsene, die keinen besonderen Belastungen wie Entzündungen, Leistungssport, Rauchen oder Ozon ausgesetzt sind. So brauchen Raucher mehr Vitamin C (täglich ca. 50 – 100 mg).

Gefahr von Überdosierung?

Auch mit diesen z.T. erhöhten Zufuhrempfehlungen sind Nebenwirkungen kaum zu erwarten. Vitamin C ist ausgesprochen gut verträglich. Auch Mengen von mehreren Gramm täglich rufen keine Nebenwirkungen hervor – bei solch hohen Dosen wird ein großer Teil einfach ausgeschieden.

Vitamin E und Beta-Karotin sind zwar fettlöslich und können sich daher im Körper anreichern. Patienten mit entzündlichen Erkrankungen werden mit Dosen von z.T. 800 mg Vitamin E täglich behandelt, ohne dass Nebenwirkungen bekannt geworden sind.

An Beta-Karotin scheiden sich die Geister. Zum einen wird (theoretisch) vermutet, dass z.B. Raucher einen erhöhten Bedarf an Beta-Karotin haben. Andererseits hat eine Studie ergeben, dass der Schutzstoff bei Rauchern das Risiko für Lungenkrebs noch erhöhen soll (oder jedenfalls nicht senkt).

Zudem wird ein Teil des zugeführten Beta-Karotins in Vitamin A umgewandelt und verbraucht. Daher ist eine abschließende Einschätzung über mögliche Überdosierungen von Beta-Karotin noch nicht möglich.