Hals- und Rachenschmerzen

Im Herbst klagen viele Menschen über Hals- und Rachenschmerzen. Diese sind zwar meist harmlos und klingen häufig auch ohne Behandlung nach wenigen Tagen ab, sie können jedoch auch Symptome einer Mandel- oder Rachenentzündung sein.

Mögliche Ursachen

Halsschmerzen sind keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom, das ganz unterschiedliche Ursachen haben kann. Am typischsten sind Erkältungskrankheiten, Entzündungen der Mandeln oder Rachenentzündungen.

Aber auch schwerere Erkrankungen wie Scharlach oder Diphtherie kündigen sich mit Halsschmerzen an. Ebenfalls mögliche Ursache des Kratzens im Hals sind schwere Entzündungen im Speiseröhrenbereich.

Daneben können Reizungen der Atemwege, z.B. durch trockene Luft, Staub oder Rauchen, zu Schmerzen und Schluckbeschwerden führen. Auch einige Arzneimittel, z.B. Antidepressiva oder Neuroleptika, können als unerwünschte Nebenwirkung Halsschmerzen verursachen.

Deshalb sollte man unbedingt nach spätestens drei Tagen zum Arzt gehen, wenn die Halsschmerzen sich nicht verbessert haben. Treten sie hauptsächlich auf einer Seite des Halses auf oder sind die Beschwerden mit Atemnot oder starken Schluckstörungen verbunden, so ist der Arzt schon früher aufzusuchen.

Quelle: gesund leben-ApothekenAuch bei anhaltend erhöhter Körpertemperatur (38 °C länger als drei Tage) oder Fieber über 39 °C bei Erwachsenen oder über 40 °C bei Kindern ist ein Arztbesuch angeraten. Dies gilt auch, wenn die Halsschmerzen mit Hautausschlag an Gesicht oder Körper sowie mit einer himbeerroten Verfärbung der Zunge verbunden sind.

Trinken, Gurgeln, Wickeln

Damit die Halsschmerzen bald verschwinden, sollte man viel trinken. Grundsätzlich gilt, dass man etwa 1,5 bis 2 Liter zusätzlich pro Tag trinken sollte. Dabei ist es egal, ob es sich um heiße oder kalte Getränke handelt - die Entscheidung bleibt jedem selbst überlassen.

Zu den beliebtesten Heißgetränken in der Erkältungszeit zählt die Heiße Zitrone. Dazu den Saft einer ausgepressten Zitrone in eine Tasse heißes Wasser geben und gegebenenfalls mit einem Teelöffel (Fenchel-) Honig süßen.

Sinnvoll und schmackhaft sind auch Kräutertees, z.B. mit Salbei, Fenchel, Anis, Kamille, Süßholz, Ingwer, Eibisch oder Königskerze. Spezielle Halswohltees sind in der Apotheke erhältlich, genau wie die entsprechenden Heilpflanzen.

Wirkungsvoll ist auch das Gurgeln mit lauwarmem Salzwasser. Dazu ¼ TL Salz auf ein Glas Wasser geben und einige Minuten gurgeln. Ein Tee aus Salbeiblättern eignet sich ebenfalls gut für diese Therapie. Dazu einen Aufguss aus 2,5 g Salbei bereiten und mehrmals täglich mit diesem gurgeln.

Zu den altbekannten Hausmitteln zählt auch der Halswickel. Bei akuten Halsschmerzen sind meist kalte Wickel angenehmer, bei länger anhaltenden Beschwerden wird häufig ein warmer Wickel von etwa 36 bis 37 °C bevorzugt.

Dazu wird ein Baumwolltuch mit kaltem oder warmem Wasser getränkt und ausgewrungen um den Hals gelegt. Darüber ein trockenes Tuch oder einen Wollschal geben. Den Wickel etwa 30 bis 45 Minuten wirken lassen. Manchmal hilft auch schon ein Schal oder ein Tuch alleine.

Hilfreiche Lutschtabletten

Bei der Wahl der geeigneten Mittel ist die Auswahl groß. Bei Entzündungen im vorderen Rachenraum sind zumeist Sprays oder Gurgellösungen empfehlenswert, bei Halsschmerzen eher Lutschtabletten.

Viele der rezeptfrei in der Apotheke erhältlichen Lutschtabletten oder -pastillen enthalten lokalanästhetisch wirkende Substanzen gegen den akuten Schmerz. Dazu zählen beispielsweise die Wirkstoffe Lidocain, Benzocain oder Polidocanol.

Damit die Lutschtabletten ihre Wirkung voll entfalten können, ist es wichtig, dass sie langsam in der Backentasche zergehen. Auf keinen Fall dürfen die Halstabletten zerbissen oder gekaut werden.

Da nur eine gewisse Menge dieser Lutschtabletten pro Tag verzehrt werden darf, können zwischendurch auch Kräuter- oder Salbeibonbons oder saure Drops gelutscht werden. Diese regen die Speichelproduktion an - ein Vorteil, denn im Speichel sind Abwehrstoffe enthalten, die die Krankheitserreger bekämpfen.

Um eine zusätzliche bakterielle Infektion zu verhindern, bietet sich eine lokale Therapie mit Antiseptika an. Diese sollte allerdings unmittelbar nach Auftreten der Halsschmerzen oder Schluckbeschwerden beginnen und längstens drei Tage andauern. Zu den möglichen Wirkstoffen zählen Chlorhexidin, Povidon-Jod, Hexetidin oder Benzalkoniumchlorid.