Grippeimpfung: Notwendig oder überflüssig?

Im Herbst und Winter ist Grippe-Saison – jetzt empfehlen Ärzte auch wieder Impfungen gegen die dazugehörigen Viren. Für viele ist das sinnvoll, besonders für ältere Menschen, chronisch Kranke, Kinder und Schwangere.

Die Tage sind kurz, die Temperaturen niedrig, der Himmel grau und Grippe-Viren treiben ihr Unwesen. So sieht der Winter in Deutschland aus. Oft rollt Anfang des Jahres eine Grippewelle durch das Land. Arztpraxen und Medien empfehlen deswegen Jahr für Jahr, sich schon im Herbst gegen die Grippe impfen zu lassen – aber auch im Laufe des Winters kann eine solche Impfung noch sinnvoll sein.

Schutz vor Influenza-Viren

Die Schutzimpfung ist möglich, weil stets ein ganz bestimmter Typ von Erreger die Grippe auslöst, das Influenza-Virus. Der Impfstoff hilft dem Körper, dieses Virus abzuwehren. Allerdings gilt bei der Grippe-Impfung: Sie bietet keinen hundertprozentigen Schutz, ein kleines Restrisiko bleibt. Und da die Viren sich immer wieder verändern, ist jedes Jahr eine neue Impfung nötig.

Sinnvoll für Ältere, Kranke und Schwangere

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts empfiehlt die Grippe-Impfung Menschen, für die die Erkrankung gefährlich sein könnte, also chronisch Kranken, Schwangeren und Menschen über 60 Jahren. Auch medizinisches Personal, wie Ärzte und Krankenschwestern, sollten sich impfen lassen – vor allem, damit sie nicht dazu beitragen, die Viren unter Patienten zu verbreiten. In der Regel bezahlen die Krankenkassen die Impfung.

Gesunde überstehen Grippe besser

Für alle anderen ist eine Impfung bedingt sinnvoll. Ereilt sie eine Grippe, leiden sie unter Fieber, Husten und Schmerzen. Doch die Erkrankung geht wieder vorüber, wenn Betroffene sich ausreichend schonen. Die Impfung wiederum ist manchmal mit einigen leichten, aber unangenehmen Nebenwirkungen verbunden, wie Gliederschmerzen, Müdigkeit sowie Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle.

Falls Sie sich unsicher sind, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über einen Grippeimpfschutz.

Grippewelle löst Fehltagewelle aus

Wie stark sich die Grippe auf die Gesellschaft auswirken kann, zeigen zum Beispiel Zahlen der Techniker Krankenkasse (TK); Deutschlands größter gesetzlicher Krankenversicherung.

Im Jahr 2015 stieg bei ihren Versicherten die Zahl der Fehltage wegen Krankheit merklich an. Waren Arbeitnehmer 2014 noch im Schnitt 14,8 Tage krankgeschrieben, fehlten sie 2015 an 15,4 Tagen.

Der Grund für diesen durchschnittlichen halben Tag mehr war vor allem eine große Grippewelle. Anfang 2015 sorgte sie für so viele Krankschreibungen durch Erkältungserkrankungen, wie es sie seit dem Jahr 2000 nicht mehr gegeben hatte. Am 27. Februar 2015 fielen laut TK ganze sieben Prozent aller Erwerbstätigen aus – der höchste Wert seit Januar 2000.