Essen außer Haus für Diabetiker

Insbesondere für Diabetiker ist das Essen außer Haus mit Problemen verbunden. So gibt es häufig wenig Gewissheit über Zusammensetzung und Qualität der Zutaten sowie die Wirkung der Speisen auf den Blutzucker.

Quelle: freepikDie Speisekarten sind zumeist voll von leckeren Gerichten, bieten aber nur sehr selten Informationen über Zutaten und Nährwerte. Vielfach ist sogar gar nicht genau klar, welche Beilagen serviert werden. Entsprechende Informationen erhält man - hoffentlich - vom Personal. Möglicherweise lässt sich eine Beilage austauschen oder die Portion verkleinern. Auch muss man nicht alles aufessen, was auf den Tisch gebracht wird.

Grundsätzlich sollte man magerem Fleisch und Fisch den Vorzug geben. Auch Rohkostsalate und Gemüsegerichte sind empfehlenswerter als reine Nudel- bzw. Knödelgerichte mit Fleisch und viel Soße. Vollkornvarianten von klassischen Weißmehlprodukten wie Reis, Brot, Brötchen, Baguette oder Nudeln werden vor allem in Firmenkantinen inzwischen häufig angeboten. Hier sollten Diabetiker zugreifen und von deren langsameren Wirkungen auf den Blutzucker profitieren.

Ein Büfett ist dem klassischen Tellergericht vorzuziehen. So lassen sich die Auswahl und Portionsgrößen individueller bemessen.

Natürlich steht auch Fast Food ab und an auf dem Speiseplan eines Diabetikers. Hierbei gilt es zu bedenken, dass dieses in der Regel kaum Ballaststoffe enthält und deshalb nur kurz sättigt. Außerdem kommen bei einer solchen Mahlzeit schnell viele Kalorien zusammen. Daher kann man den Energiegehalt der Mahlzeit reduzieren, indem man statt Erfrischungsgetränke oder unverdünnte Obstsäfte auf Mineralwasser, Kaffee oder Tee setzt.

Messen bringt Sicherheit

Um genau abmessen zu können, welche Auswirkungen das Essen in Restaurants, Kantinen oder bei Freunden auf den Blutzucker hat, gibt es vielfach nur die Möglichkeit, den Kohlenhydratgehalt abzuschätzen. Dabei hilft es, auf Bekanntes zurückzugreifen und beispielsweise zu Hause zu üben, wie viel Gramm Nudeln es bei der Schätzung sind und wie viel Gramm anschließend die Waage aussagt.

Bei der Auswahl von Speisen sollte man zwar vor allem den Kohlenhydratgehalt beachten, aber auch die Fett- und Energiegehalte nicht außen vor lassen. Allerdings müssen Diabetiker nicht mit dem Taschenrechner am Tisch sitzen. Was allerdings von Nöten ist, ist die Messung des Blutzuckerspiegels - und dies häufiger als an normalen Tagen.

Auch wenn es unterwegs eher mühsam ist, so verschafft regelmäßiges und zusätzliches Messen Sicherheit beim Essen und Trinken.

Diese Punkte sind beim Blutzuckermessen zu beachten:

  • Die Hände mit lauwarmem Wasser waschen und gut abtrocknen. Das entfernt Schmutz und mögliche Reste von Süßem. Letzteres könnte die Werte höher aussehen lassen, als sie es tatsächlich sind. Außerdem verbessert das Händewaschen die Durchblutung.
  • Unnötig vor dem Messen sind Seife, Alkohol oder Desinfektionsmittel, da diese die Messwerte ebenfalls verfälschen könnten.
  • Nicht immer an derselben Stelle stechen, um Hornhautbildung zu vermeiden.
  • Nicht an der Einstichstelle herumdrücken. Dabei könnte Gewebsflüssigkeit austreten, die das Blut verdünnt und den Messwert falsch niedrig erscheinen lässt. Hilfreich ist, den Arm vor dem Messen auszuschütteln oder den Finger in Richtung der Einstichstelle zu massieren.

Zur Situation im Restaurant

Im Restaurant oder an anderen öffentlichen Plätzen kann es zu Irritationen führen, wenn Diabetiker mit Injektionsnadeln, Lanzetten oder ähnlichem Zubehör hantieren. Daher sollte überlegt werden, ob man sich kurz an einen ungestörten Platz zurückzieht. Geübte Diabetiker schaffen es zwar, unter dem Tisch oder auch in der Enge von Flugzeugreihen nahezu unbemerkt zu spritzen oder zu messen, aber dies erfordert ein hohes Maß an Übung.

Grundsätzlich sollte man mit dem Insulinspritzen so lange warten, bis das Essen tatsächlich vor einem steht. So vermeidet man einen zu langen Abstand zwischen dem Spritzen und dem Verzehr.

Erfahrene Diabetiker sind häufig auch in der Lage, einen Teil der Insulindosis vorab zu spritzen und den Rest je nach Portionsgröße und Kohlenhydratmenge kurz vor dem Essen nachzuspritzen. Die individuell richtige Handlungsweise sollten Betroffene mit ihrem Arzt absprechen.

Je fetter das Essen ist, desto länger braucht der Körper, es zu verdauen - und entsprechend langsam steigt der Blutzuckerwert. Wer zum Essen ein schnell wirkendes Insulinanalogon gespritzt hat, sollte die Insulindosis splitten und etwa eine Stunde nach dem Essen den zweiten Teil spritzen.

Allerdings sollte das Spritzen der Insulindosis nach dem Essen eine Ausnahme sein. Andererseits ist auch ein einmal zu hoher Blutzuckerwert in den meisten Fällen kein Problem. Grundsätzlich gilt, sich gesund und ausgewogen zu ernähren.