Schmerzhafte Blasenentzündungen

Wichtige Maßnahmen

Bei ziehenden Schmerzen im Unterleib und ständigem Harndrang sollte schnell etwas unternommen werden. Eine Blasenentzündung ist nicht nur unangenehm, sondern kann in die Nieren aufsteigen und zu ernsthafteren Erkrankungen führen, die dann zumeist nur noch mit Antibiotika behandelt werden können.

Auch wenn es bei hohen Temperaturen schwer fällt, ist Wärme die wichtigste Maßnahme, die schon bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung ergriffen werden sollte. Wärme fördert die Durchblutung der Blasenschleimhaut und unterstützt damit die Abwehrkraft gegen Keime.

Bettruhe und vor allem die Wärme im Bett wirken heilend. Dazu trägt auch eine Wärmflasche bei, die auf den Unterleib gelegt wird. Es ist allerdings erforderlich, flach auf dem Rücken zu liegen, da sich in dieser Lage die Blase am besten entspannt.

Den Heilverlauf fördern zudem heiße Kartoffelwickel oder ein erhitzter Heublumensack. Für den Wickel werden drei Kilo Pellkartoffeln gekocht, noch heiß zerdrückt und auf ein Leinentuch gegeben. Die Kartoffeln strahlen eine besonders gleichmäßige, intensive Wärme aus.

Auch ein ansteigendes Sitzbad unterstützt die Heilung einer Blasenentzündung. Man beginnt mit einer Wassertemperatur von etwa 35 Grad und lässt innerhalb von 20 Minuten heißes Wasser zulaufen, bis eine Temperatur von 42 Grad erreicht ist. Nun noch weitere fünf Minuten in der Wanne sitzen bleiben, dann abtrocknen und wieder ins Bett gehen.

Viel trinken!

Eine der wichtigsten Maßnahmen ist zudem, viel zu trinken. Dadurch lässt sich ein Großteil der Bakterien regelrecht aus der Blase spülen. Neben Mineralwasser und Kräutertee bieten sich verschiedene Naturextrakte an.

So z.B. Bärentraubenblätter, die auch hartnäckigeren Bakterien auf natürliche Weise zu Leibe rücken. Der Extrakt verhindert, dass sich die Krankheitskeime weiter vermehren können, und bringt die Blase in kurzer Zeit wieder ins Gleichgewicht. Neben dem Extrakt können auch Bärentraubenblätter für heilsame Teeaufgüsse genutzt werden.

Zur Selbstbehandlung sind Nieren- und Blasentees, beispielsweise aus Bärentraube, Ackerschachtelhalm, Hauhechel, Goldrute, Birke oder Brennnessel geeignet, wobei mache Tees nicht über einen längeren Zeitraum getrunken werden dürfen.

In Preiselbeeren und Cranberrys, den amerikanischen Verwandten der Preiselbeere, stecken natürliche antibiotische Kräfte, so genannte Pro-Anthocyane. Sie verhindern, dass sich in der Blase und in der Niere Coli-Bakterien festsetzen. Die Bakterien werden mit dem Harn ausgeschwemmt. Dazu sollte regelmäßig der entsprechende Saft (ca. ½ Liter täglich) konsumiert werden.

Einige Tipps zur Vorbeugung:

  • Mindestens zwei bis drei Liter am Tag trinken. So werden Keime ausgeschieden, bevor sie Beschwerden machen können.
  • Füße und Unterleib warm halten - das schützt vor einer Blasenentzündung.
  • Direkt nach dem Schwimmen die nasse Badekleidung ausziehen und trockene Kleidung anziehen.
  • Die Blase regelmäßig entleeren. Häufiges Wasserlassen verringert die Gefahr einer Harnwegsentzündung.
  • Auf der Toilette aufrecht sitzen, da ein vorgebeugtes Sitzen eine vollständige Entleerung der Blase verhindert.
  • Wasserlassen unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr spült die Harnröhre aus und entfernt übertragene Bakterien.