AMD: Früherkennung kann Augenlicht retten

Feucht oder trocken?

Die AMD wird in zwei Verlaufsformen unterschieden: der "trockenen" und der "feuchten" Makuladegeneration. Bei der "trockenen" Form wird wiederum ein Früh- von einem Spätstadium unterschieden.

Das Frühstadium kann der Augenarzt bei der Spiegelung des Augenhintergrundes an sogenannten Drusen erkennen, kleinen gelblichen Ablagerungen unter der Netzhaut. In dieser Phase ist das Sehen allenfalls geringfügig eingeschränkt.

So dauert es z.B. länger, wenn man von draußen in einen dunklen Raum geht, bis man wieder alles erkennt. Auch Farben erscheinen häufig blasser.

Im Spätstadium der trockenen Makuladegeneration gehen Sinneszellen zu Grunde und das zentrale Sehen verschlechtert sich erheblich. Die Krankheit schreitet jedoch nur sehr langsam voran - im Gegensatz zur feuchten Degeneration.

Die "feuchte" Makuladegeneration entwickelt sich bei einem kleineren Teil der Patienten aus der "trockenen" Verlaufsform. Als Reaktion auf die Drusen bilden sich kleine Gefäßknospen unter der Netzhaut. Diese neu gebildeten Gefäße sind allerdings undicht, so dass die Netzhautmitte anschwillt und es zum Makulaödem kommt.

Außerdem kann es aus diesen nicht so stabil gebauten Gefäßen bluten, so dass sich die Netzhautmitte schließlich in eine Narbe umwandelt und die Sehzellen zu Grunde gehen.

Bei der feuchten Makuladegeneration gibt es verschiedene Unterformen, die der Augenarzt mit speziellen Untersuchungen voneinander unterscheiden kann. Die feuchte Form kann mitunter sehr rasch voranschreiten, kommt aber auch schließlich zum Stillstand.

Im späten Stadium ist dann die zentrale Sehschärfe völlig verloren. Allerdings bleibt die übrige Netzhaut normal und funktionstüchtig, so dass man im täglichen Leben mit dem Gesichtsfeld außerhalb des Zentrums einigermaßen zurechtkommen und alltägliche Aufgaben alleine bewältigen kann.

Vorbeugen ist möglich

Zu den offenkundigen Risikofaktoren der AMD gehören Rauchen und Bluthochdruck. Daher sollten Raucher als ersten Schritt in Richtung Prophylaxe mit dem Rauchen aufhören.

Der Blutdruck sollte zudem regelmäßig kontrolliert und nach Empfehlungen des Hausarztes oder Internisten gegebenenfalls medikamentös eingestellt werden.

Auch wenn die Rolle des Sonnenlichts noch nicht endgültig geklärt ist, so ist es sinnvoll in besonders hellem Licht eine Sonnenbrille zu tragen, z.B. am Meer oder in den Bergen.

Wichtig ist auch eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse. In grünem Gemüse und Spinat stecken beispielsweise die wichtigen Carotinoide Lutein und Zeaxanthin, die auch in der Makula in hoher Konzentration enthalten sind. Diese beiden Stoffe schützen die Makula vor oxidativen Schädigungen.

Eine medikamentöse Behandlung kann den Krankheitsprozess insbesondere der feuchten AMD aufhalten oder zumindest verlangsamen. Dabei wird der Botenstoff VEGF, dessen überschießende Bildung zu einem krankhaften Gefäßwachstum führt, gehemmt.

In früheren Stadien der feuchten AMD kann zudem eine Behandlung mit dem Laserstrahl sinnvoll sein. Hier werden neu aussprossende und undichte Gefäße verödet, die die Makula schädigen.