Gefährlicher Anfall

Eine Verschlechterung bis hin zu einem Asthmaanfall wird in etwa 70 Prozent der Fälle durch eine Allergie ausgelöst. Diese überzogene Reaktion des körpereigenen Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe zeigt sich vor allem bei Pollen, Tierhaaren, Schimmelpilzsporen und dem Kot von Hausstaubmilben.

Bei einem Asthmaanfall kommt es zu einer plötzlichen gesundheitlichen Verschlechterung - es gelangt nicht mehr genügend Sauerstoff in die Blutbahn, da sich die Bronchien verengen. Das passiert, wenn sich die Bronchialmuskulatur verkrampft, die Schleimhaut in den Bronchien entzündlich verändert und angeschwollen ist und vermehrt zäher Schleim produziert wird.

Insbesondere die Ausatmung fällt schwer - was wiederum zu einer Überblähung der Lunge führt, da beim nächsten Einatmen nicht mehr genügend frische Luft in die Atemwege gelangt. Dies kann langfristig auch zu bleibenden Schäden führen. Außerdem ist die Angst groß, weil man keine Luft mehr bekommt.

Was tun bei einem Anfall?

Das wichtigste ist, Ruhe zu bewahren. Wenn Eltern oder andere Erwachsene panisch werden, wird es das Kind auch - und dadurch wird die Atemnot noch verstärkt. Das Kind braucht Trost und Zuspruch. Zudem sollte man schnellstmöglich ein Notfallmedikament geben. Die meisten Asthmapatienten führen dies mit sich, weil sie auf einen Anfall vorbereitet sind.

Erleidet ein Kind unter zwölf Jahren einen Asthmaanfall mit starker Atemnot, muss sofort der Notarzt gerufen werden (112). Dabei ist der Hinweis "akute Atemnot" für das Notfallteam wichtig und hilfreich und sollte deshalb im Rahmen des Anrufs genauso angegeben werden wie die Tatsache, dass es sich um ein Kind handelt.

Ganz allgemein werden in der "Patientenleitlinie Asthma" folgende Empfehlungen für den Notfall gegeben:

  • Ruhe bewahren
  • Atemtechniken anwenden: Lippenbremse und atemerleichternde
  • Körperhaltung (z. B. Kutschersitz, Wandstellung) anwenden
  • Zwei bis vier Hübe des Bedarfsmedikamentes (je nach Schwere des Asthmaanfalls, ggf. wiederholen)
  • Kortisontablette gemäß individuellem Notfallplan einnehmen
  • Notarzt anrufen, folgende Informationen angegeben: Kind oder Erwachsener, "akute Atemnot"
  • Betroffener muss im Sitzen transportiert werden.

Folgende Tipps für den Notfall sollen die Atmung erleichtern und die Bronchien erweitern:

Der Kutschersitz

Auf einen Stuhl setzen, die Füße stehen (etwa schulterbreit auseinander) fest auf dem Boden. Nach vorne lehnen und mit dem Ellenbogen auf (bzw. kurz hinter) den Knien abstützen. So soll das Atmen erleichtert werden.

Die Lippenbremse

Beim Ausatmen durch den Mund die Lippenöffnung verengen, so dass es wie "fffff" klingt. So kann die Luft nur langsam entweichen. Sie staut sich bis in die Bronchien zurück und drückt die verengten Luftwege auseinander.

Dauert ein Asthmaanfall trotz der Gabe von Medikamenten mehrere Stunden an, so spricht man von einem Status asthmaticus. Dabei handelt es sich ebenfalls um einen Notfall, bei dem die Betroffenen unbedingt im Krankenhaus behandelt werden müssen. Als Alarmzeichen für eine Verschlechterung bei einem schweren Asthmaanfall gilt das Leiserwerden der Atemgeräusche.